Mit fortschreitender Zeit wurde die Stimmung im Arbeitskreis Erneuerbare Energie am Donnerstagabend in Jade doch etwas gereizt. Investoren und Windkraft-Gegner standen sich mehr und mehr unversöhnlich gegenüber, aus dem Austausch von Argumenten drohte Streit zu werden. Es war gut, dass Bürgermeister Henning Kaars in den entscheidenden Momenten eingegriffen und zum Schluss die Diskussion vertagt hat.
Ob es allerdings besonders sinnvoll ist, in einer weiteren Sitzung die noch nicht behandelten Fragen noch einmal nach dem gleichen Modus zu diskutieren und Quellen erst in einem dritten Schritt vorzulegen, muss sich zeigen. Bisher hatte nur Dirk Schröder (Windkonzept) einen Stapel mit Unterlagen dabei, um seine Aussagen zu stützen. Angezweifelt wurden sie trotzdem. So bleibt offen, ob es tatsächlich zu einer Verständigung führt, wenn beide Seiten Belege vorlegen – oder ob am Ende doch jeder bei seiner Meinung bleibt.
Die Sitzung am Donnerstag war jedenfalls nicht gerade von Kompromissbereitschaft und Offenheit für neue Argumente geprägt. Fragen, die selbst auf höchsten politischen oder wissenschaftlichen Ebenen noch nicht geklärt sind, wird ein Arbeitskreis in Jade ohnehin nicht beantworten können – auch wenn einzelne Teilnehmer sich das wünschten.
Die Erwartungen an den Arbeitskreis sollten deshalb nicht zu hoch gehängt werden. Am Ende sind es die Mitglieder des Gemeinderates die entscheiden müssen. Sie müssen damit leben, dass sie es nicht allen recht machen können. Und alle anderen – Windkraft-Gegner, genau wie Investoren müssen unter Umständen damit leben, dass auch die Teilnahme an einem Arbeitskreis keine Garantie dafür ist, seine Interessen durchzusetzen.
