SüRWüRDEN - SÜRWÜRDEN/BEA - „Für den Wettkampf der Zuchtverbände sind wir gut gerüstet“, stellte Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff fest. Der Zuchtleiter des Verbands der Züchter des Oldenburger Pferdes gab während der Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Wesermarsch am Montagabend in der Gaststätte „Kiek mol rin“ in Sürwürden einen informativen Überblick über die Entwicklung des Pferdebestandes in den vergangenen 15 Jahren.

1989 seien insgesamt 1700 Fohlen im Verband gebrannt und registriert wurden. Das waren acht Prozent der Fohlen in Westdeutschland. Nach der Wiedervereinigung entwickelten sich die Zahlen stetig nach oben, trotz zusätzlicher Zuchtverbände aus den neuen Bundesländern. Im vergangenen Jahr waren 5000 (16 Prozent) der bundesweit 30 000 Fohlen im Verband der Oldenburger Pferdezüchter und des Springpferdeverbandes Oldenburg International registriert.

Vor 15 Jahren waren die zur Zucht verwendeten Hengste teilweise importierte Tiere aus anderen Zuchtverbänden, die Oldenburger Hengste waren schwer auf die Deckstationen zu bekommen. Die Qualität der Oldenburger Hengste hat sich im Laufe der Jahre stetig gebessert und so hat sich die Situation fast umgekehrt. In vielen deutschen Zuchtverbänden werden heute Oldenburger Hengste zur Verbesserung eingesetzt und bei der Zuchtwertschätzung befinden sich zur Hälfte Oldenburger Hengste in den vorderen Reihen, berichtetete der Zuchtleiter.

Als weiteren Beweis für die gute Qualität der Zuchtprodukte wies Wolfgang Schulze-Schleppinghoff auf das Bundeschampionat 2004 hin, bei dem viele der Siegerfohlen und der vorderen Platzierten Oldenburger Fohlen waren. Insgesamt erreichte der Verband acht Medaillen und war damit der erfolgreichste Zuchtverband Deutschlands.

Der Zuchtleiter bat die Züchter um eine stärkere Selektion guter Mutterstuten. Viele Stuten mit einer Staatsprämie gingen später für einige Jahre in den Reitbetrieb, obwohl sie als Zuchtstuten wertvollere Dienste leisten könnten. Bei der Prämienvergabe für Stuten wird es einige Änderungen geben. Alle drei- und vierjährigen Stuten sollen nach einer bestandenen Prüfung in Zukunft die Verbandsprämie erhalten. Wer auf das Ablegen der Prüfung verzichten möchte und die Stute bis zum Alter von fünf Jahren mit einem prämierten Fohlen gezeigt hat, kann auf Antrag die Zuerkennung zur Verbandsprämie erlangen.


Der neue Geschäftsführer Dr. Roland Wörner stellte einige Maßnahmen zur Verbesserung der Absatzmöglichkeiten vor. Neben den Auktionen im Frühjahr und Herbst sowie zwei freien Verkaufstagen in Vechta werde ein Freispringtraining, die Organisation von regionalen Schautagen zur Sichtung von Verkaufspferden durch das Vermarktungsteam und die Unterstützung bei Veranstaltungsaktivitäten auf den Höfen eingeführt. Außerdem besteht die Möglichkeit, Verkaufspferde in Vechta zu trainieren und auszubilden.

Eine silberne Züchternadel des Verbandes der Züchter des Oldenburger Pferdes erhielt die Familie Meyerhoff, die seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Zucht in Osterholz-Scharmbeck betreibt. Stellvertretend nahm Sohn Lars Meyerhoff die Nadel aus den Händen des Präsidenten Wilhelm Weerda entgegen. Ebenfalls für erfolgreiche Zuchttiere geehrt wurden Dr. Willi Büsing aus Jade, Anke Wiechmann aus Berne, Gerold Töllner aus Langwarden, Christoph Tantzen aus Stollhamm und Gerd Sosath aus Lemwerder.