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Seefelder Schaart in der Wesermarsch Neuer Schutzwall soll Suizidfahrten verhindern

Seefeld - Jetzt ist er so gut wie fertig: der neue Schutzwall für das Seefelder Schaart. Er soll die traditionsreiche Landgaststätte vor weiteren Suizidfahrten bewahren.

Nur noch Restarbeiten

Nach Auskunft der Kreisverwaltung fehlen nur noch geringe Restarbeiten am Zaun und am Pflaster. Und nicht zu vergessen: die Bepflanzung für die grün angestrichene Rankhilfe, die drei Meter hoch ist, also bis in Höhe der Dachkante reicht. Die Pflanzen sind schon bei einem Garten- und Landschaftsbauer bestellt; bevor die Fachleute sie in die Erde bringen, muss diese aber noch hergerichtet werden.

Bürgerinitiative ist mit Ergebnis zufrieden

Seefeld

Dann ist der meterhohe Aufprallschutz von der Straße aus nicht mehr zu sehen; er soll Suizidfahrer stoppen, bevor sie auf die Mauer der Gaststätte prallen und so ihren Tod unwahrscheinlicher machen. Auch der Osttrakt der Gaststätte, den die Suizidfahrer ins Visier nahmen, verschwindet hinter dem Grün.

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Die Eigentümer der Landgaststätte wollen die Pflanzen selbst pflegen. Damit ist dann alles so gestaltet worden, wie die Verkehrspsychologin Dr. Sibylle Birth aus Brandenburg es in ihrem Gutachten vorgeschlagen hatte.

Ohne Vorbilder

Sibylle Birth legte ihr Konzept am 15. Juni vergangenen Jahres im Kreishaus vor. Auf Erfahrungswerte bei der Verhinderung von Suizidfahrten konnte die Verkehrspsychologin nicht zurückgreifen: Es gibt keine, auch international nicht. Deshalb ließ sie zuerst die Straße, die von Nordosten schnurgerade auf die Gaststätte zuführt, entschärfen, um die Beschleunigungsoptik zu mindern. Von Anfang August bis zum November 2020 wurden zunächst die Baumkronen gelichtet und dann die Ortseingangsschilder und die „Vorfahrt gewähren“-Schilder deutlich vergrößert.

In einem zweiten Schritt wurde ab Ende November 2020 an der Gaststätte selbst gebaut. Die Herausforderung dabei: Die Außenarbeiten mussten mit der Wiederherstellung des Osttraktes, der bei der bislang letzten Suizidfahrt am 28. Februar 2020 sehr stark beschädigt worden war, abgestimmt werden. Dabei wurde auch 30 Meter Fuß- und Radweg vor dem Schaart auf 15 Zentimeter erhöht und mit einem weithin sichtbaren hellem Bordstein ausgestattet.

Die öffentliche Hand investierte insgesamt rund 70 000 Euro, womit die Kosten im vorgegebenen Rahmen blieben. Das Land übernahm die Anpassung des Fuß- und Radweges zwischen Landesstraße und Gaststätte, der Kreis bezahlte den Rest.

Verkauf geplant

 Die Inhaberin des Seefelder Schaarts, Renate Schröder, hält an ihrem Plan fest, die Landgaststätte noch einmal für drei Monate zu öffnen, sobald es wieder erlaubt ist. Außengastronomie allein sei sehr schwierig, sagte sie auf Anfrage unserer Redaktion. Den Verkauf an einen Investor peilt sie für Mitte des Sommers an. Der Käufer plane nach wie vor einen Mix aus altengerechten Wohnungen und einer Gastronomie, die vornehmlich diese und andere Ältere versorge.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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