Barghorn/Brake/Oldenburg - Bis zu 14000 Fahrzeuge rollen täglich von Brake nach Oldenburg oder von Oldenburg nach Brake über die Bundesstraße 211. Und vermutlich Tausende Fahrer und Beifahrer werden sich immer wieder fragen, warum an der Barghorner Avia-Tankstelle der altbekannte Preismast für die Sorten Diesel, Super E 10, Super, Super Plus und Autogas LPG den absoluten Schnäppchenpreis von 0,9 Cent ausweist.
Diesel für 1,60 Euro
Doch Jubelstimmung wird bei den Verkehrsteilnehmern vermutlich nicht aufkommen, denn am Boden steht seit geraumer Zeit eine Anzeige, die die tatsächlichen Preise auflistet. Und die haben es auch bei dieser Momentaufnahme um 10 Uhr morgens in sich. Diesel, 1,60, Super 1,73 Euro. „Vor anderthalb Jahren habe ich den Diesel hier noch für knapp über einen Euro gekriegt“, sagt ein Stammkunde, der seinen schwarzen Benz gerade in Barghorn vollgetankt hat.
Preise ganz oben – Anzeige ganz unten, was ist hier los? „Wollt ihr wirklich darüber berichten?“, fragt Betriebsinhaber Inhaber Thorsten Schäfftlein, der sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.
Optimal gelegen
„Beim alten Preismast ist die Ansteuerung defekt. Ersatzteile für das gut 20 Jahre alte Gerät gibt es nicht mehr. Einen neuen LED-Masten haben wir bereits bestellt“, sagt der Mann, der den Traditionsbetrieb in bereits 4. Generation erfolgreich leitet.
Zur Erinnerung: Seit 1950 gibt es in Barghorn eine Tankstelle, die an einer der Hauptschlagadern des Wesermarsch-Straßenverkehrs optimal gelegen ist.
Dass der Autoverkehr im ländlichen Raum eine ganz besondere Rolle spielt, ist eine Binsenweisheit, und der Traditionsbetrieb an der Barghorner Kreuzung hat sich über die Jahrzehnte immer weiter entwickelt. Und mächtig entwickelt haben sich auch die täglichen Benzinpreisschwankungen, die von vielen Autofahrern inzwischen mit Argusaugen beobachtet werden.
„Wir bekommen Tag für Tag zehn bis 15 Preisvorstellungen von der Zentrale, die automatisch umgesetzt werden“, erklärt Thorsten Schäfftlein, der auch feststellt, dass mit den ständigen Preisänderungen auch die Preissensibilität seiner Kunden enorm zugenommen hat.
Auf Preis an Säule achten
Aber wann man am Tag am günstigsten Tanken kann, das kann Thorsten Schäfftlein so pauschal auch nicht sagen. Es bleibe einem nichts anderes übrig, als auf der Hut zu sein. Aber das Procedere bei der Preisveränderung kann Thorsten Schäfftlein schlicht und einfach erläutern. „Bei einer Preisanhebung wird das zuerst am Preismast und dann an der Tanksäule umgestellt, bei einer Preissenkung ist es umgekehrt“, sagt er.
Doch entscheidend sei am Ende immer der an der Zapfsäule angegebene Preis.
