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Theater Fatale Nordenham feiert gelungene Premiere „Tattergreise“ außer Rand und Band

Jens Milde
Party in der „Tattergreis-WG“: Susanne Seedorf, René Maréchal und Rolf Wilkens (von links) feiern.

Party in der „Tattergreis-WG“: Susanne Seedorf, René Maréchal und Rolf Wilkens (von links) feiern.

Jens Milde

Nordenham - Nein, das neue Stück von Theater Fatale hat nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun. Und das ist gut so. „Wir sind die Neuen“ ist in erster Linie eine Komödie. Und doch passt sie in die Zeit. Denn es geht um einen Konflikt. Es geht um Eskalation. Und es geht darum, wie man aus diesem Schlamassel wieder herauskommt. Man geht aufeinander zu. Man wirft seine Vorurteile über Bord. Das Stück, mit dem die Fatalen am Donnerstagabend Premiere feiern, zeigt auch, wie ein friedliches Miteinander gelingen kann.

Die Güterschuppen ist ausverkauft. 70 Besucher sind gekommen. Sie erleben, wie die Studenten von einst nach Jahrzehnten wieder zusammenfinden. Anne (Susanne Seedorf), Johannes (Rolf Wilkens) und Eddi (René Maréchal) – alle so um die 60 – schleppen Kisten in ihre neue Bude. Die Vorfreude ist groß: So wie damals soll es sein: Rotwein trinken, Quatschen bis in die Nacht und laute Musik.

Reichlich Zoff

Joe Cocker singt „With A Little Help From My Friends“, und eine Etage höher halten sich Thorsten (Otis Jaudzims), Katharina (Marie Strieben) und Barbara (Lynn Wilhaus) die Ohren zu. Sie wollen lernen. Kein Wunder, dass es Zoff gibt. Die einen wollen feiern, die anderen ihre Ruhe. Während die Studenten von oben auf ihre Laptops starren, geht unten die Post ab: „Satisfaction“ von den Stones. Eddi spielt Gitarre, Anne tanzt mit der Stehlampe. Und keiner von den Alten denkt auch nur im Traum daran, das Treppenhaus zu wienern.

Eiskalt ist die Stimmung im Studentenhaus. „Damit eines klar ist“, wettert Katharina, „wir haben keine Kapazitäten, um euch mit den Handys zu helfen oder für euch einkaufen zu gehen.“ Ganz schön fies. Barbara schimpft über die „Tattergreis-WG“ von unten, Anne über die „Lerndeppen“ von oben. Der Generationenkonflikt erreicht seinen Höhepunkt. Und er bietet viel Platz für herrlich garstige Pointen. Hinzu kommt: Jeder in dem Stück hat sein Päckchen zu tragen: Prüfungsangst, Geldnot, Liebeskummer und Ärger mit den Bandscheiben. Die Alten stellen fest, dass sich die Zeit nicht so einfach zurückdrehen lässt. Anne möchte am liebsten wieder ausziehen.

Laut und leise

Und so gibt es neben den lustigen und lauten Momenten auch viele ruhige, sogar rührende, wenn Eddi mal wieder zur Klampfe greift. Das tut er oft. Die Fatalen können sich glücklich schätzen, dass sie René Maréchal in ihren Reihen haben. Sonst wäre es schwierig geworden, das Stück auf die Bühne zu bringen. Und sie können froh sein, dass sie in Ulf Goerges einen Regisseur an ihrer Seite zu haben, dem es immer wieder gelingt, wunderbare Geschichten auf leichtfüßige Weise in Szene zu setzen.

Einziges Manko des Stücks: Es ist thematisch ein wenig überladen. Einige Handlungsstränge, zum Beispiel die Krankheit von Eddi, laufen ins Leere. Am Gesamteindruck ändert das aber nichts: „Wir sind die Neuen“ bietet wunderbare Unterhaltung und ein Finale, das den Besucher ein wenig hoffnungsvoller in den Abend entlässt.

Karten bei NMT

Beteiligt an dem Stück „Wir sind die Neuen“ sind auch Reinhard Koopmann und Burkhard Leimbach. Sie sind die Darsteller in den Videoeinspielungen.

Zum Team hinter den Kulissen: Regie: Ulf Goerges, Regieassistenz: Uschi Wilkens, Souffleusen: Sabine Müller und Birgit Blomenkamp, Technik: Ralf Hartmann, Kostüme: Rita Lüddecke.

Neun weitere Aufführungen sind im Güterschuppen an der Müllerstraße 1 geplant: Sonntag, 13. März, 17 Uhr, Freitag, 18. März, 20 Uhr, Sonnabend, 19. März, 20 Uhr, Sonnabend, 26. März, 20 Uhr, Sonnabend, 2. April, 20 Uhr, Sonntag, 3. April, 17 Uhr, Sonntag, 10. April, 17 Uhr, Donnerstag, 28. April, 20 Uhr, und Freitag, 29. April, 20 Uhr.

Karten gibt es für 14 Euro im Vorverkauf in der Geschäftsstelle von Nordenham Marketing & Touristik am Marktplatz. An der Abendkasse im Güterschuppen kosten die Tickets 15 Euro.

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