Nordenham - Sebastian Wulff nennt ihn Störtebeker – wie den spätmittelalterlichen Seeräuber-Kapitän. Dabei ist der Kater eigentlich ein „blinder Passagier“ – und ein unfreiwilliger noch dazu. Jetzt bittet das Nordenhamer Tierheim um Hilfe bei der Suche nach Störtebekers wahrem Zuhause.
Tief im Laderaum
Wenn Störtebeker sprechen könnte, würde er erzählen, wie er am Freitag an Bord der „Luna“ gekommen ist, die in der Nacht zum Sonnabend im Oldenburger Hafen in Richtung Nordenham ablegte. Erst in der Morgendämmerung fiel der Besatzung der „Luna“ auf, dass noch jemand an Bord war: ein braun getigerter Kater. Er war wohl bei einer seiner Touren nach dem Löschen der Ladung an Bord gekommen und harrte im knapp fünf Meter tiefen Laderaum seines weiteren Schicksals.
Die Besatzung schloss nicht aus, dass sich das Tier beim Sprung nach tief unten verletzt hatte und versuchte erst gar nicht, es einzufangen. Stattdessen rief der besorgte Kapitän im Nordenhamer Moyzes-Tierheim an der Deichstraße in Volkers an.
Wohl unverletzt
Das Tierheim-Team – Sebastian Wulff, dessen Frau Sabrina und die Tochter Beeke – nahm Kurs auf den Midgard-Hafen, so dass es gleich nach dem Anlegen an Bord des Binnenschiffes gehen konnte. Der erste Eindruck: Das hilflose Tier ist unverletzt. Zudem freute es sich offensichtlich über seine bevorstehende Rettung: Es legte sich hin und miaute.
Nachdem die Landratten vom Tierheim den Kater eingefangen hatten und von Bord geklettert waren – es war Ebbe und der Pier erstaunlich hoch –, bat Sebastian Wulff den Haustierarzt des Heims um einen spontanen Termin,
Dr. Frank Linneweber und sein Team machten sich sofort auf den Weg in die Praxis an der Ludwigstraße. Dort stellten sie fest, dass der etwa drei Jahre alte Kater seine Schiffsreise unbeschadet überstanden hatte. Allerdings entdeckten sie bei dem Tier eine etwa drei Wochen alte Verletzung, die behandelt werden musste. Zudem stellten sie fest, dass der Kater kastriert ist, aber keinen Chip und keine Tätowierung vorweisen kann, was die Zuordnung zu seinen Besitzern schwierig macht.
Aus Oldenburg
Dennoch vermuten Sebastian Wulff und sein Team, dass Störtebeker ein festes Zuhause hat, das im Raum Oldenburg liegen muss. Bis Herrchen oder Frauchen gefunden sind, genießt Störtebeker die Vollpension im Tierheim und erholt sich von seiner Seefahrt, wie Sebastian Wulff mitteilt.
