Nordenham - Die Sommerpause ist vorbei, ein Ende des Ukraine-Krieges aber nicht in Sicht. Grund genug für Ina Korter, Jürgen Janssen und Albert Mumme, zu weiteren Mahnwachen aufzurufen. Am Sonntag fanden sich um die 40 Teilnehmer auf dem Marktplatz ein, um ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen.
Deutliche Worte
Mit Blick auf den Antikriegstag am 1. September lautete das Motto diesmal „Frieden für alle“. Als Redner hatten die Veranstalter Mircea Ionescu gewinnen können. Der Vorsitzende der jüdisch-liberalen Menorah-Gemeinde Bremen/Bremerhaven wählte deutliche Worte. Er sprach sich vehement gegen Putins brutales Vorgehen aus, das den Tod zahlreicher Opfer aus der Zivilbevölkerung in Kauf nehme und an organisierte Verbrechen der Mafia erinnere.
In dieser Ausnahmesituation sei die Unterstützung der europäischen Staaten gefragt. „Wegsehen wäre unterlassene Hilfeleistung“, sagte Mircea Ionescu, „auch die Mächtigsten und Stärksten auf der Welt müssen sich an die Regeln halten.“ Zugleich forderte er eine verstärkte Demokratiebildung. Es sei unerlässlich, bereits den Kindern die Gefahren zu vermitteln, die von einer Diktatur ausgehen. Sie müssten auch lernen, zwischen Motivation und Manipulation zu unterscheiden und Propaganda als solche zu erkennen. Mircea Ionescu forderte die Anwesenden auf, solange gegen den Krieg zu protestieren, bis Putins Gewalt ein Ende findet: „Kämpfen wir für die Freiheit der Menschen!“
Friedlicher Protest
Bürgermeister Nils Siemen verurteilte ebenfalls Putins Angriffskrieg und machte deutlich, dass es wichtig sei, friedlich und gemeinsam gegen die russische Politik zu protestieren.
Für die Musik bei der Veranstaltung sorgte Band C2C. Das Lehrer-Duo Nils Humboldt (Gesang) und Eike Harnisch (Keyboard) trugen unter anderem das durch Joan Baez bekannt gewordene „Donna Donna“ vor, das sie zum Teil auf Jiddisch sangen.
Die nächste Mahnwache ist für Sonntag, 9. Oktober, geplant. Sie beginnt wieder um 18 Uhr auf dem Marktplatz.
