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NWZonline.de Region Wesermarsch

Vogelgrippe im Nordwesten: Epidemie ist für die Störche eine „mittelschwere Katastrophe“

13.09.2022 12:07

Berne /Wesermarsch Udo Hilfers spricht von einer „mittelschweren Katastrophe“. Zwar habe er noch keine vollständigen Zahlen zum Ausmaß der Vogelgrippe unter der Storchenpopulation, „definitiv“ seien aber sehr viele Tiere in diesem Sommer der Epidemie zum Opfer gefallen. Unter anderem auch das Storchenpaar in Oberhammelwarden – bei dem Storchenexperte Hilfers zunächst von einer Vergiftung ausgegangen war.

Ein Licht geht auf

Als der Berner in den vergangenen Wochen aber immer häufiger von infizierten und verendeten Störchen hörte, sei ihm ein Licht aufgegangen. Er hatte den Fundort des toten Paares noch einmal genauer untersucht und festgestellt: Auf einer Fläche in der Nähe wurden Hunderte infizierte Gänse gefunden, die Mülldeponie mit (möglicherweise) vielen infizierten Möwen liegt nicht weit entfernt, zudem seien bei Störchen auf der anderen Weserseite ebenfalls Vogelgrippe-Fälle aufgetreten.

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„Im Nachhinein können wir mit großer Sicherheit sagen, dass bei den Tieren in Oberhammelwarden die Vogelgrippe der Grund für den Tod war“, sagt Hilfers heute. Offen sei allerdings, ob sich diese und andere Störche im Nordwesten durch den Kontakt mit anderen Vögeln infiziert haben oder den Erreger schon in sich trugen, als sie aus ihrem Winterquartier nach Deutschland zurückkehrten. Ungewöhnlich sei es allemal, dass ausgerechnet im Sommer so viele Tiere verenden.

Parallelen zu Corona

Die vergangenen Jahre haben nämlich gezeigt, dass das Virus nach einer heftigen Winterwelle im Sommerhalbjahr nicht so sehr grassiert. Hilfers’ Vermutung ist deshalb, dass das H5N1-Virus mutiert haben könnte und nun auch für Wildtiere gefährlicher sei. Diese haben in der Regel ein besseres Immunsystem als beispielsweise Mastputen, die im Falle einer Infektion gekeult werden. Einige Wildtiere, vermutet Hilfers, tragen das Virus wahrscheinlich sogar unbemerkt in sich.

„Es ist aber so ein bisschen wie Corona“, erklärt Hilfers. Manche Tiere haben kaum Beschwerden, andere wiederum verenden an den Folgen einer Infektion – weil sie dann beispielsweise über einen längeren Zeitraum keine Nahrung mehr zu sich nehmen können und verhungern. So ist es auch vielen Jungstörchen in der Wesermarsch ergangen, die vermutlich zwar nicht infiziert waren, aber schlichtweg keine Nahrung mehr bekamen, weil die Eltern verendet waren.

Vorzeichen standen gut

Mehr als ein Drittel der nun in der Wesermarsch geborenen Jungtiere dürften Hilfers’ Schätzungen zufolge die Vogelgrippe-Epidemie nicht überlebt haben. Das ist deshalb so ärgerlich, weil die Bedingungen für die Aufzucht von Jungstörchen in diesem Jahr extrem gut waren: Warme Temperaturen, kaum Starkregen, viele Mäuse.

Hilfers fällt es persönlich besonders schwer, dass er den vielen Jungstörchen, die offensichtlich in Schwierigkeiten geraten, nicht helfen kann. Normalerweise würde er diese Tiere nämlich auf der Storchenstation in Berne aufnehmen und aufpäppeln. Angesichts der Vogelgrippe-Gefahr könne er es aber nicht riskieren, infizierte Jungtiere zu sich zu holen.

Appell

Das Ansteckungsrisiko für Menschen ist übrigens eher gering. Laut Robert Koch-Institut (RKI) müssen Menschen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren. Dennoch appelliert Hilfers an die Bürgerinnen und Bürger, tote Tiere keinesfalls anzufassen. „Man sollte in jedem Fall einen Tierarzt oder das Veterinäramt informieren“, sagt der Storchenexperte.

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Nicolas Reimer Brake / Redaktion Brake
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