Rodenkirchen - Eher verhalten ist die Vortragsgemeinschaft Rodenkirchen am Dienstagabend in ihre erste Saison nach zweieinhalb Jahren Zwangspause gestartet. Nur rund 60 Gäste kamen in die Markthalle.

Thema und Referenten hätten eine deutlich bessere Resonanz verdient gehabt. Diese deutlich bessere Resonanz hatten Dieter Schonlau und Sandra Hanke am Dienstagmittag gefunden, als mehr als 250 Schüler der Grund- und der Oberschule Rodenkirchen in die Markthalle kamen, um zwei Schulstunden lang eine auf ihre Altersgruppe abgestimmte Live-Reportage zu sehen. Titel auch hier: „Regenwald – Leben im Dschungel“.

Das Ehepaar aus Paderborn nahm die Schüler mit in die feuchtheißen Urwaldgebiete am Äquator und enthielt ihnen auch die Schattenseiten nicht vor: Bäume werden gefällt für Palmöl-Plantagen, die wiederum Rohstoff für den beliebten Schokoaufstrich liefern. Und die Menschenaffen im indonesischen Regenwald, die Oran-Urans, werden so stark bejagt, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Für diese Tiere unterstützen die beiden Referenten eine Hilfsaktion.

In der Abendveranstaltung ging es zunächst nach Surinam. Das ehemalige Niederländisch Guayana ist keine klassische Touristendestination, es gibt also kaum Infrastruktur für Individualreisende – das ist geradezu paradiesisch für die beiden Paderborner. Sie haben insgesamt sechs Jahre lang in dem kleinen Land im Nordosten Südamerikas gelebt.

Kennengelernt haben der Konditormeister und die Restaurantfachfrau einander vor 36 Jahren in einer Paderborner Disco, seit 35 Jahren sind sie gemeinsam unterwegs. Zusammengerechnet 13 Jahre haben sie in Regenwäldern verbracht – und leben dort ihren Alltag.


Die gefährlichsten Tiere des Regenwalds, haben sie gelernt, sind nicht etwa Schlangen, Jaguare oder Piranhas, sondern Milben, die sich unter Hautpartikeln einnisten, und die unzähligen Stechinsekten.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland