Elsfleth - Die Energiewende soll auch von Elsfleth aus vorangetrieben werden. Das Konsortium Uniper und EWE möchte Wasserstoff am Standort in Huntorf erzeugen und speichern. Es ist beabsichtigt, sowohl die Kavernen als auch die vorhandenen Gasleitungen zu nutzen. Gebaut werden muss noch ein Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff. Ein Elektrolyseur zerlegt Wasser durch Elektrolyse in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff. Auch ist die Möglichkeit zu schaffen, kleinere Mengen an Wasserstoff oberirdisch zu speichern, damit Energie auch per Lastwagen verteilt werden kann.
Überirdische Puffer
Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellten Ralf Riekenberg von der EWE Gasspeicher GmbH sowie Friedhelm Köhler von der Uniper Hydrogen GmbH die Pläne vor. Man habe planungsrechtliche Probleme, merkte Friedhelm Köhler an. Für das Projekt müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Die entstehenden Kosten würde der Investor übernehmen.
Wie die beiden Referenten ausführten, möchte das Konsortium, das noch keinen Namen hat, die vorhandenen Bestandsflächen für Versorgungsanlagen erweitern. Diese Anlagen will man mit den bestehenden Leitungen verbinden. So sollen Teilbereiche vermieden werden. Nach derzeitigem Stand sei für das Projekt der erneuerbaren Energien kein Bebauungsplan erforderlich. Ziel sei es, alles unter die Erde zu bringen, bis auf kleinere technische Anlagen als überirdische Puffer.
Großes Projekt
Die Elektrolyse und Erzeugung von 30 bis 300 Megawatt in dieser Größe sei neu, betonte Ralf Riekenberg. „Die Zeit ist knapp“, machte er jedoch Druck. Denn ab 2026 soll in Huntorf bereits Wasserstoff hergestellt werden. „Das rechnet sich nicht, wenn keine Fördermittel fließen“, betonte er. Zudem seien Kunden zu gewinnen. So könnten beispielsweise die Dieselzüge der Deutschen Bahn mit Wasserstoff betrieben werden. Kleinere Mengen an Wasserstoff könnten auch per Lastwagen transportiert werden. Nach den Worten von Friedhelm Köhler seien täglich zwei Trägertransporte nach Oldenburg zu einem dortigen Abnehmer möglich.
Flächen gepachtet
Das Unternehmen Uniper hat Flächen in Huntorf gepachtet, zum Teil aber auch noch nicht. EWE ist Eigentümer der erforderlichen Flächen. Der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Landschaftsschutz sowie Bau und Straßen empfahl dem Verwaltungsausschuss und dem Rat einstimmig, die Änderung des Flächennutzungsplanes zu beschließen. Das von der Uniper Kraftwerke GmbH geführte Kraftwerk Huntorf ist ein kombiniertes Druckluftspeicher- und Gasturbinenkraftwerk. Bei seiner Inbetriebnahme 1978 war es das erste kommerziell genutzte Druckluftspeicherkraftwerk der Welt. Es hatte die Aufgabe, Grundlaststrom des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) in Kleinensiel in Schwachlastzeiten aufzunehmen und in Spitzenlastzeiten ins Netz einzuspeisen. Außerdem sollte das Speicherkraftwerk im Fall eines Netzzusammenbruchs die Notstromversorgung des KKU absichern.
Gemeinsam mit der TU Clausthal erforscht der Betreiber bereits den Einsatz von Wasserstoff anstelle von Erdgas in der Brennkammer der Gasturbine.
