Wesermarsch - Es ist zwar nicht außergewöhnlich, aber doch bemerkenswert, wenn der Ministerpräsident eines anderen Bundeslandes in die Wesermarsch kommt, um den Bundestagswahlkampf eines jungen Parteifreundes zu unterstützen. Auf Einladung von Philipp Albrecht (CDU) wurde am Donnerstag Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Elsfleth begrüßt. Die Entwicklung von Häfen, Schifffahrt und Deichbau war ein Gesprächsthema an der Elsflether Kaje.
Während in der Wesermarsch noch über die anstehende Weservertiefung diskutiert wird, ist die Elbvertiefung zwischen der Nordsee und Hamburg jetzt fertig. Davon ist auch Schleswig-Holstein betroffen, wie Daniel Günther anmerkte. Für die Wirtschaft sei die Maßnahme unausweichlich gewesen, auch wegen der vielen Arbeitsplätze, die davon abhängen. Hinsichtlich der Weservertiefung könne er nur dazu raten. Um wirtschaftlich weiter zu prosperieren, sei ein Ausbau unausweichlich. „Ich kann das nur empfehlen“, betonte der Ministerpräsident.
Klimaschutz optimieren
Die Weser anzupassen und gleichzeitig den Klimaschutz zu optimieren, ist für Daniel Günther kein Widerspruch. Nach seinen Worten muss man sich auf den Anstieg des Meeresspiegels vorbereiten, das geschehe bereits sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein. Er verwies zudem auf die Entwicklung und den Einsatz alternativer, nachhaltiger Kraftstoffe und Antriebssysteme in der Schifffahrt. Emissionen von Luftschadstoffen und klimaschädlichen Gasen würden dadurch reduziert werden können.
Alternative Energie
Ein Vorteil des Nordens ist für Daniel Günther die Gewinnung von Windenergie und Wasserstoff. „An dieser gemeinsamen Entwicklung können und müssen wir erheblich profitieren“, sprach er mit Blick auf Philipp Albrecht und den Landratskandidaten Stephan Siefken ein gemeinsames Thema an. Die Strategie, Strom in den Süden zu verkaufen, sei nicht aufgegangen. Der Norden müsse diese Energie nun selber nutzen. „Der Vorsprung beträgt eineinhalb bis zwei Jahre. Wir müssen auf dem Gaspedal bleiben“, so Daniel Günther. Der Norden müsse an einem Strang ziehen. Das Projekt H2BrakeCO2 der Stadt Brake beispielsweise befasst sich bereits mit den Möglichkeiten des Einsatzes regional erzeugten Wasserstoffs in den Bereichen Häfen und Logistik. Hierzu soll eine Wasserstoffinfrastruktur im Hafen und in der Stadt errichtet werden.
Im Anschluss kamen die Politiker in der Innenstadt mit Bürgern ins Gespräch. Dabei wurde die Plakatwerbung der Parteien angesprochen. Die Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Elsfleth/Moorriem hatte im Mai entschieden, keine Plakatierung für die Elsflether Stadtratswahl zu machen. Die ersparte Summe wird wieder für einen guten Zweck gespendet. Einige Bürgerinnen und Bürger schlugen am Freitag vor, die Summe für die Flutopfer zu spenden. Darüber wird laut Ingrid Miodek (CDU), Vorsitzende des Elsflether Stadtrates, noch entschieden.
