Wesermarsch - Mit Einkaufsgutscheinen wollen der Kreisverband des Caritas und die Nordenhamer Tafel Bedürftige in der Wesermarsch unterstützen. In der kommenden Woche beginnt die Aktion, für die insgesamt 30 000 Euro zur Verfügung stehen. Die Caritas hatte dafür einen Antrag bei der Aktion Mensch gestellt. Die Hilfsorganisation, die sich aus Lotterieeinnahmen finanziert, hat inzwischen 28 500 Euro aus ihrem Corona-Hilfsfonds überwiesen. Den Rest des Geldes hat das Bischöflich Münstersche Offizialat dazugegeben.
Bedarf steigt
Der Geschäftsführer des Kreiscaritasverbandes, Ralf Bunten, ist davon überzeugt, dass diese Hilfe dringend benötigt wird. Es geht um Hilfe für Menschen, die in prekären Verhältnissen leben. Seda Karaman, Mitarbeiterin bei der Caritas, glaubt, dass die Zahl der Bedürftigen weiter steigen wird. Davon geht auch Süntka Janßen aus, die als Leiterin des Arbeitslosenzentrums auch für die Tafel zuständig ist. Zurzeit versorgt die Tafel mehr als 1000 Haushalte in der Wesermarsch. Die Tendenz ist steigend. Süntka Janßen vermutet, dass im Zuge der Corona-Krise weitere Menschen ihren Job verlieren oder mit Kurzarbeitergeld auskommen müssen.
Gutscheine sollen Menschen bekommen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind und dies auch nachweisen können. Das können Hartz-IV-Empfänger sein, aber auch Arbeitnehmer, die durch Kurzarbeit in finanzielle Not geraten sind. Für die südliche Wesermarsch will die Caritas die Verteilung der Gutscheine selbst übernehmen. Wer einen Gutschein benötigt, kann unter
Für die Verteilung in Nordenham, Butjadingen und Stadland hat die Caritas die Tafel als Partner gewonnen. Hier findet die Vergabe der Einkaufsgutscheine in den Ausgabestellen in Nordenham (Viktoriastraße 16) und Burhave (Gemeindehaus) statt. Auch der Lieferservice kann bei Bedarf die Gutscheine ausgeben. Einen Teil der Gutscheine gibt die Tafel an den Tagesaufenthalt für Wohnungslose. Die Diakonie betreibt diese Einrichtung an der Friedrich-Ebert-Straße.
Viele Einkaufsmärkte
10 Euro pro Person in der Woche – das ist der grobe Rahmen für die Unterstützung, wobei in Ausnahmefällen auch Abweichungen möglich sind. Die Gutscheine hat die Caritas in vielen verschiedenen Einkaufsmärkten besorgt. Es handelt sich um Gutscheine, die man auch ganz normal in den Geschäften erwerben kann. Sie tragen keinen Stempel der Caritas. „Das ist uns wichtig“, sagt Ralf Bunten. Es soll verhindert werden, dass sich die Menschen an der Supermarktkasse als bedürftig outen. In einigen Fällen hilft die Caritas auch mit Bargeld.
Die Tafel-Koordinatorin Denise Smith freut sich derweil, dass die Versorgung der Bedürftigen mit Lebensmitteln deutlich besser geworden ist als zu Beginn der Corona-Pandemie. Das liegt daran, dass die Supermärkte inzwischen wieder mehr abgeben. Das liegt aber auch an der guten Zusammenarbeit mit der Bremerhavener und der Bremer Tafel. „Vor allem die Bremerhavener bekommen zurzeit viele Lebensmittel und geben uns etwas davon ab“, berichtet Denise Smith. Auf der anderen ebbt die Welle der privaten Spenden allerdings langsam wieder ab.
