Wesermarsch - Bereits vor Monaten haben die Landwirte mit ihren Protesten begonnen. Sie wehren sich nach ihren Worten „gegen die Diffamierung durch die Politik“ und fordern eine sachliche und nicht ideologische Betrachtung der Sachlage. Seit Donnerstag vergangener Woche halten Landwirte eine Mahnwache in Münster vor der SPD-Geschäftsstelle ab. Aus Solidarität zeigten jetzt am Freitagabend auch Landwirte aus der Wesermarsch Flagge. Sie stellten sich mit Transparenten an viel befahrene Straßen und Hofeinfahrten.

Die bundesweite Protestaktion, initiiert vom Verein „Land schafft Verbindung“ (LsV) dauerte eine halbe Stunde. Auslöser der Proteste war die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie habe der Landwirtschaft die Alleinschuld am Verlust der Artenvielfalt gegeben, heißt es in einer Stellungnahme. Ein Dialog mit dem Bundesumweltministerium sei bislang nicht möglich gewesen.

Mit Transparenten wie „Deutsche Agrarpolitik – der Tod für den Familienbetrieb“ und „Erst wenn der letzte Landwirt zu Grunde reguliert wurde, wird man feststellen, dass Freitagsschwänzer, Influencer und Politiker nichts Lebensnotwendiges herstellen“ machten Landwirte ihrem Ärger Luft. Auch wurde der Rücktritt von Umweltministerin Schulze, die aus Münster stammt, gefordert. „Wer andere Meinungen nicht einmal anhört, ist nicht dialogbereit, nicht demokratiefähig und muss daher abgelöst werden“, so die Begründung. Die Landwirte seien jederzeit bereit, mit den Nachfolgern sach- und fachlich fundierte, ideologisch nicht verfärbte Gespräche zu führen.

„Wir Landwirte wollen Natur- und Umweltschutz, der nachhaltig für Natur, Umwelt, Gesellschaft und unsere Betriebe ist“, machten die Demonstranten um Ulrike Witting und Douwe Wittbard deutlich.  „Land schafft Verbindung“ setzt sich für die Zukunft auf dem Land ein. Der Verein fordert eine öffentliche Debatte und stößt eine Diskussion an mit dem Ziel, demokratisch und selbstbestimmt dafür zu sorgen, dass ländliche Räume zu Orten des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Aufbruchs werden. „Das Leben auf dem Land sollte zuvorderst von denen bestimmt werden, die dort leben, die sich ökonomisch, sozial und kulturell einbringen, um dieses Leben auch in Zukunft zu erhalten“, heißt es. Voraussetzungen dazu seien die fachliche Kompetenz, Übernahme von Verantwortung und ein mit fach- und sachgerechten Argumenten geführter Dialog.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake