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Landwirte in der Wesermarsch So kommen Kühe im Winter nicht ins Schwitzen

Wesermarsch - Kaum war ihnen ihr dickes Winterfell gewachsen, waren sie es auch schon wieder los: Die Kühe auf dem Hof von Deetzen in Schweiburg an der Bäderstraße mussten ordentlich Pelz lassen.

Ist das Winterfell bei Kühen überflüssig?

Nein, sind die Tiere draußen, brauchen sie es auch. „Die Tiere haben auf der Weide jetzt schon ihr Winterfell bekommen“, erklärt Landwirt Nils von Deetzen. Die Temperaturen seien gefallen, die Nächte sind deutlich kälter und feucht und die Weideflächen seien ebenfalls feucht. „Die Weidezeit ist jetzt vorbei. Alle Tiere werden nach und nach in die Ställe geholt“, sagt der 29-jährige Landwirt. Und dort ist es ihnen dann zu warm. „Wir scheren deshalb jetzt alle unsere Tiere, das sind ungefähr 400“, erzählt Landwirt Nils von Deetzen. Anfang November hat die Landwirte-Familie damit angefangen, bis Weihnachten sollen alle Tiere ein kurzes Fell haben.

Leiden Kühe, wenn ihnen zu warm ist?

Man müsste die Kühe jetzt nicht zwingend scheren, so von Deetzen: „Aber die Kühe schwitzen, die schwitzen wirklich am ganzen Körper und haben dann ein richtig nasses Fell.“ Die Kühe würden auch selbst versuchen, es loszuwerden: „Die scheuern sich kräftig an den Bürsten im Stall ab.“ Wird das Fell zu lang, würde es außerdem verfilzen und insgesamt würden die Tiere damit dreckiger werden.

Warum ist die Weidezeit jetzt beendet?

Weil es kälter und nasser wird. „Und natürlich, weil das Gras kaum noch wächst“, erklärt Nils von Deetzen. Die Kühe hätten einfach nicht genug Grün. Außerdem gehe von den Gänsen eine gewisse Gefahr aus.

Inwiefern sind die Gänse ein Problem?

„Die Gänse sind jetzt in Scharen eingeflogen und fressen das Gras runter. Und sie koten die Flächen voll“, sagt Nils von Deetzen – und dieser Kot könne die Kühe krank machen, weil sie den mitfressen würden. Damit die Kühe gesund in den Stall kommen, würden sie deshalb jetzt alle noch gegen Parasiten behandelt. Dass die Gänse das Gras fressen, sei ansonsten jetzt nicht tragisch. „Dann geht das Gras kurz in den Winter. Aber im Frühjahr wird es zum großen Problem, wenn die Gänse alles fressen und einfach nicht weiterziehen.“


Ein Jahr lang begleitet unsere Redaktion Familie von Deetzen bei ihrer Arbeit auf dem Hof. Alle Teile unter

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg
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