Wesermarsch - Unter den Bauern, die seit Dienstag in Berlin mit ihren Treckern demonstrieren, sind auch „10 bis 15“ aus der Wesermarsch. Das sagt Douwe Witbaard aus Seefelderaußendeich auf Anfrage unserer Redaktion. Er selbst ist nicht in Berlin; die Demonstrierenden kommen überwiegend aus der mittleren und südlichen Wesermarsch.
Index für Kosten
Der 32-Jährige ist einer der Sprecher der Graswurzelbewegung „Land schafft Verbindung“, die zu der Demonstration aufgerufen hat. Die Teilnehmer fordern unter anderem auskömmliche Preise für ihre Erzeugnisse – etwa durch einen Erzeugungskosten-Index und ein Marktkrisen-Management – und mehr heimische Nahrungsmittel im Handel: mindestens 80 Prozent bei Fleisch, Milch und Getreide.
Etwa 18 Stunden waren die Bauern auf ihren Treckern unterwegs, ehe sie die Bundeshauptstadt erreichten, sagt Douwe Witbaard. Seine Kollegen seien entschlossen, notfalls bis Sonntag in Berlin zu bleiben, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
„Das halten wir nur durch, weil die Lage ernst genug ist“, sagt der Landwirt. „Es geht so nicht mehr weiter. Die Kollegen akzeptieren keine Worthülsen mehr, sondern sie wollen endlich Veränderungen.“
Die Landwirtschaft stehe vor einer neuen Welle von Hofaufgaben, deshalb müsse sich schnell etwas ändern. „Wir haben in Deutschland die höchsten Standards für Lebensmittel und gleichzeitig die günstigsten Preise im Handel. Die Politik hat die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen wir produzieren können.“
Dazu gehöre auch, dass die Auflagen, denen die Landwirte bei der Produktion unterworfen sind, auf die Erlöse Rücksicht nehmen.
Aus der Wesermarsch ist eine relativ kleine Gruppe nach Berlin gefahren. In Friesland haben sich nach Witbaards Worten mehr als 30 Landwirte auf den Weg gemacht, aus dem Landkreis Oldenburg etwas weniger, aus Ostfriesland ebenfalls etwa 25 bis 30 und aus dem Kreis Cloppenburg etwa 10. Insgesamt sind gut 100 Trecker in der Bundeshauptstadt angekommen.
Nächte auf dem Trecker
Übernachten wollen einige Landwirte auf den Treckern, andere haben Campingwagen mitgebracht und wieder andere Hotelzimmer gebucht. Für nichttouristische Fahrten ist das nach wie vor erlaubt.
