Artikel „Landschaftsbild darf nicht zerstört werden“, NWZ-Interview mit Ovelgönnes Bürgermeister Sascha Stolorz vom 19. Februar.

Die Frage „Wie viele Anlagen verkraften wir noch?“, sollte anders beantwortet werden. Die Frage ist doch „Wie viele Anlagen brauchen wir noch?“ Die Wesermarsch ist Winderntefläche für Oldenburg und Bremen gleichermaßen. Wir müssen hier den Strom für dicht besiedelte Regionen produzieren, haben gleichzeitig noch einen enormen Aufholbedarf, um uns selbst im Kreis zu 100 Prozent mit erneuerbaren zu versorgen, gerade im Hinblick auf die Dekarbonisierung der Wirtschaft und die geplante Verkehrswende. Mit großem Befremden hören wir Bauern, dass Großenmeer in westliche Richtung weiter ausgebaut werden soll. Erstens rückt eine geschlossene Wohnbebauung dadurch an uns, die aktiven Dorf prägende Landwirte heran. Hier entsteht enormes Konfliktpotenzial. Nachtarbeit zu Erntezeiten, Emissionen aus der Tierhaltung, gerade bei Westwindlagen etc., werden uns das Wirtschaften erschweren. Was aber das Unschönste ist, ist die Tatsache, dass hier Rat und Verwaltung über unsere Flächen, die wir zum Lebensunterhalt brauchen, bestimmen. Sie verplanen unser Eigentum als mögliches Bauland. Gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation sind weitere Flächenverluste für uns Landwirte und für den Naturraum nicht hinnehmbar. Eine weitere Versiegelung durch Bebauung muss gestoppt werden. Abgesehen von Großenmeer, Oldenbrok und Ovelgönne, gibt es in dieser Gemeinde flächendeckend leerstehende Wohnmöglichkeiten. In nahezu allen Orten stehen diese Objekte und verfallen zusehends. Aus ökologischen Gründen ist es deshalb absolut unverständlich, warum eine Gemeinde, die zu großen Teilen unter NN liegt, weiterhin so massiv auf Versiegelung setzt.

Eike Bruns, Sprecher der Bauerngruppe Windpark Moorseite Moorseite