Wesermarsch - Die Winterrunde 2021/2022 der Tennisteams beginnt an diesem Wochenende in der Wesermarsch mit veränderten Kräfteverhältnissen. Die erste Männermannschaft des TK Nordenham startet als klassenhöchste Mannschaft in die Saison. Das einzige Wesermarsch-Team auf Verbandsebene schlägt in der Verbandsklasse auf. Der SV Nordenham hat sein Team aus der Verbandsliga zurückgezogen. Die Erste des SVN spielt in der Bezirksliga und trifft dort auf den Stadtrivalen TK Nordenham II.
Verbandsklasse
Dass der TKN, der am ersten Wochenende spielfrei hat, den Umbruch durch den Altersklassenwechsel vieler Leistungsträger in die Herren 30 gut überstanden hat, bewies er im Sommer. Als Aufsteiger in die Verbandsliga schaffte er locker den Klassenerhalt. In der Halle gelang im vorvergangenen Winter der Aufstieg in die Verbandsklasse. Hier möchte er ebenfalls nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Auf die Frage, ob er Aufstiegsambitionen in die Verbandsliga habe, reagiert TKN-Coach Christopher Brandau zurückhaltend. „Wir betreten in einer Staffel mit renommierten Bremer Großvereinen erstmals Neuland, denn wir haben bisher überwiegend in der Weser-Ems-Region gespielt“, sagt er. „Alle Vereine haben große Spielerkader, die man schlecht einschätzen kann.“
Beim TKN bilden Fabio Jochens, Tim Okrey und Martin Reinstrom zusammen mit den Routiniers Jannik Schultze und Lukas Stüdemann den Stamm. Am ersten Spieltag hat das Team noch spielfrei. Dann muss es zum TC Lilienthal, der nach seinem Nordliga-Abenteuer einen Neuaufbau mit vielen jungen Spielern unter dem aus der 2. Bundesliga (Oldenburger TeV, Wilhelmshavener THC) bekannten Spielertrainer Yannick Staschen betreibt.
In der Winterrunde 2021/2022 spielen aus der Wesermarsch neun Teams um Punkte – zwei mehr als im vorvergangenen Jahr. Die Winterrunde war im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Von den zwölf Wesermarsch-Vereinen beteiligen sich vier Clubs an den Punktspielen. Der TK Nordenham tritt mit drei Herren- und zwei Damenteams an. Der SV Nordenham startet nach dem Rückzug seiner ersten Herrenmannschaft nur noch mit zwei Herrenteams. Jeweils eine Herrenmannschaft neu gemeldet haben der SV Brake und der Elsflether TB.
Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die TV Ost-Bremen unter Spielertrainer Till Witte, der ebenfalls schon beim Bremer TC v. 1912 Bundesligaluft geschnuppert hat. Neben den Routiniers sind fast alle Spieler in den 2000er-Jahrgängen, darunter auch einige gute Jugendliche aus den Regionskadern.
Schwer einzuschätzen ist das Reserveteam des Barrier TC. Es besteht aus vielen Talenten. Zudem können die starken Herren-30-Spieler aus der Nordliga, die vor der Hallensaison zurückgezogen haben, aushelfen.
Am schwächsten in der Staffel einzuschätzen ist wohl der TV RW Bremen. Das Team hat einen hohen Altersdurchschnitt. Es besteht überwiegend aus Herren-30- und Herren-40-Spielern.
Bezirksliga
Nach dem Rückzug der ersten SVN-Herrenmannschaft aus der Verbandsliga wird aus der zweiten Mannschaft die erste. Das Derby mit der Reserve des TK Nordenham steigt am vorletzten Spieltag. Dabei werden dem SVN die leistungsstarken Bremerhavener Spieler fehlen. „Sie stehen zwar noch auf der Mannschaftsliste, aber wir planen nicht mehr mit ihnen. Wir haben sie auch offiziell verabschiedet“, sagt SVN-Vorstand Günter Diekmann.
Er blickt mit etwas Wehmut auf die vergangenen Jahre zurück. Der Abschied habe schon ein bisschen weh getan, räumt er ein. „Es war eine schöne Zeit. Wir haben tolles Tennis in Nordenham gesehen.“
Jetzt richtet er den Blick nach vorne. Diekmann betont, dass der Verein in den vergangenen Jahren von den Leistungen des ehemaligen Topteams profitiert habe. „Wir haben vor drei Jahren erstmals wieder ein Herrenteam gemeldet. Inzwischen haben wir auch eine starke Herren-30-Mannschaft und werden im Sommer vielleicht wieder eine Dritte melden können.“
Überdies kündigt er an, dass die Aufgaben rund um den Sport künftig von noch mehr Menschen geschultert würden, Klaus Blumenberg sein Engagement ausweite und Torben Renken an seiner Trainer-Lizenz bastele. Kurzum: „Wir sind auf einem guten Weg“, meint Diekmann.
Den Stamm der künftigen Bezirksliga-Mannschaft bilden Josif Radu, Torben Renken, Phil Schaffarzyk und Dominik Juhrs. Ersatzspieler sind Filip Radu, Dennis Diekmann und Mathis Schulze. Spieler aus der Zweiten (Diekmann: „Unsere A-Junioren“) wie Massimo Stüdemann, Silas Wittrock, Fynn Kuhlmann, Jonas Thölen oder Daniel Gerner könnten bei Bedarf aushelfen. „Die Punktspiele steigen ja meist an unterschiedlichen Tagen“, sagt Diekmann.
Er ist zuversichtlich. „Wir wollen mit beiden Mannschaften die Klasse halten. Das Talent ist vorhanden“, sagt er. Die Einstellung stimmt auch. Dreimal pro Woche bittet Coach Andreas Waller die Spieler zum Training. Doch das Abschneiden hänge gerade in der Bezirksliga auch davon ab, wie die anderen Teams aufliefen, sagt Diekmann. Spiele die Vareler Reserve in der Bezirksliga gegen den SVN mit ihrer Topbesetzung, habe man seiner Meinung nach wohl keine Chance.
Ähnlich sieht die Struktur der TKN-Reserve aus. Marius Heilmann, Maven Raschke und Alexander Schübel werden von den Herren-30-Spielern Steffen Brandau, Dennis Klahn, Jan Kalla und TKN-Urgestein Björn Müller unterstützt.
Auch der TV Varel II geht mit einem vergleichbaren Konzept an den Start. Alle drei Teams werden sich mit den „jungen Wilden“ vom Wardenburger TC und der leicht favorisierten Reserve des Bremerhavener TV auseinandersetzen müssen. Der Wilhelmshavener THC hat wohl nur Außenseiterchancen.
