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Aufspülungen im Sommer Knapp 3000 Omnibusse voller Sand für die Strände rund um Brake

Aufspülarbeiten sind nicht nur an Flussufern nötig. Auf dem Bild ist zu sehen, wie neuer Sand über eine Rohrleitung von einem Spezialschiff auf einen ungefähr vier Kilometer langen Küstenabschnitt auf der Halbinsel Fischland-Darss-Zingst gespült wird.

Aufspülarbeiten sind nicht nur an Flussufern nötig. Auf dem Bild ist zu sehen, wie neuer Sand über eine Rohrleitung von einem Spezialschiff auf einen ungefähr vier Kilometer langen Küstenabschnitt auf der Halbinsel Fischland-Darss-Zingst gespült wird.

dpa-Zentralbild

Brake/Oberhammelwarden - Wochenlange Arbeit rund um die Uhr, immense Kosten und ein unglaublicher Sandbedarf: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee (WSA) wird vom 16. Juni bis voraussichtlich 31. August an den Strandabschnitten in Oberhammelwarden und Sandstedt umfangreiche Aufspülarbeiten vornehmen. Ziele der Maßnahme, über die die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes informierte, sind die Sicherheit des Weserverkehrs und der Umweltschutz.

Konkret betreffen die Arbeiten am linken und rechten Weserufer die Kilometer 34,8 bis 36,40 sowie 44,10 bis 44,70. Der Sandbedarf beträgt etwa 230 000 Kubikmeter. Zum Vergleich: das entspricht knapp 3000 üblichen Omnibussen, mehr als 50 000 Litfaßsäulen oder einfach nur 230 000 großen Müllcontainern. Das WSA lässt sich die Maßnahme rund 3,8 Millionen Euro kosten.

Das sind die Strandabschnitte

Der Strandabschnitt Oberhammelwarden grenzt im Norden an das Mündungsschöpfwerk Käseburg. Im Süden befindet sich ein Campingplatz. Im Hinterland verläuft parallel zum Strand der Deich. Der gesamte Strandabschnitt ist durch eine Fußspundwand mit vergossener Steinvorschüttung gesichert.

Der Abschnitt Sandstedt befindet sich gegenüber der Stadt Brake und liegt in der nördlichen Mündung des rechten Nebenarms. Südlich vom Standabschnitt befindet sich die große Weserinsel Harriersand, im Norden der Fähranleger Brake/Sandstedt. Im Osten befindet sich das Sandstedter Sieltief sowie der Naturhafen Sandstedt, der vom Wassersportverein genutzt wird. Bis zum Fähranleger nutzt der Campingplatz „Weserhenne“ den Uferbereich.

So läuft die Aufspülung

Die Aufspülungen übernimmt eine Fachfirma aus Bremen im 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen in der Woche. Der für die Ufervorspülung benötigte Sand wird zunächst im Rahmen der laufenden Unterhaltung des Weserfahrwassers durch einen sogenannten Laderaumsaugbagger aufgenommen. Danach wird der Sand zur Einspülstelle transportiert und durch die Zugabe von Wasser über eine Spülleitung in der Hochwasserphase an Land gepumpt.

Auf dem Strand wird das Material in den Niedrigwasserphasen durch eine Raupe profilgerecht eingebaut. Der Einsatz eines Hydraulikbaggers sorgt für die abschnittsweise Verlängerung der Spülleitung – diese aufwendige Technik kann nur in der sturmflutfreien Zeit und außerhalb der Brut- und Setzzeit durchgeführt werden.

Darum ist es notwendig

Schlechte Wetterverhältnisse und die Folgen der Weservertiefungen (unter anderem die höhere Fließgeschwindigkeit) führen immer wieder zu hohen Spülverlusten. In den betroffenen Uferabschnitten waren in den vergangenen Jahren durch eine starke Strömung, Sturmfluten und Schiffswellen enorme Abbruchkanten und Priele entstanden. Dadurch besteht die Gefahr, dass Gehölze in die Bundeswasserstraße treiben und Hindernisse für die Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt darstellen. Auch dauerhafte Deichfußvernässungen können zur Gefährdung von Deichen führen.

Strandaufspülungen als Ufersicherungsmaßnahmen dienen gleichzeitig aber auch dem Umweltschutz. Sie sind im Vergleich zu anderen Bauweisen wirtschaftlich und bieten außerdem den Vorteil, dass sie sich gut in die Landschaft einfügen und gerne von Sonnenanbetern oder Wasserratten zur Erholung aufgesucht werden.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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