Wilhelmshaven/Großenmeer - Sie warfen ihren Trainer Jürgen Ahlers in die Luft, verpassten ihm eine Sektdusche und hüpften ausgelassen über den Platz: Der Jubel der Fußballerinnen der SG Großenmeer/Bardenfleth am Samstagabend war grenzenlos. Das Team aus der Wesermarsch hatte soeben den Kreispokal gewonnen. Im Endspiel besiegte es die gastgebende SG STV/ESV Wilhelmshaven mit 1:0 (1:0).
Klasse Stürmerin
Das entscheidende Tor des Spiels fiel in der 18. Minute: Als die Wilhelmshavener Torhüterin Melanie Saueressig klären wollte, schoss sie eine Mitspielerin an. Großenmeers Sophia Böttcher reagierte im Stile einer Klasse-Stürmerin. Sie lief durch, schnappte sich die Kugel und schoss ihr Team in Führung.
Ansonsten sahen die Zuschauer ein überraschend ausgeglichenes Spiel. Der Kreisligist Großenmeer spielte in der abgelaufenen Punktspielsaison zwar zwei Spielklassen höher als die in der 2. Kreisklasse beheimateten Wilhelmshavenerinnen. Aber davon war nichts zu sehen. Es entwickelte sich ein ansprechendes Spiel, weil beide Teams auf Kombinationsfußball setzten.
Die Großenmeererinnen hatten zwar körperlich ein paar Vorteile und über große Teile des Spiels etwas mehr von der Partie. Aber bis auf eine weitere Chance durch Merle Janssen (34.) fehlten die klaren Möglichkeiten, obwohl Großenmeer ein ums andere Mal im Strafraum der Gastgeberinnen auftauchte. Im Abschluss blieb die Ahlers-Elf jedoch harmlos. „Ein 1:0 ist ein gefährliches Ergebnis“, sagte Ahlers. „Wir haben immer wieder versucht nachzulegen, aber es hat nicht geklappt.“
Treffer aberkannt
Daran änderte sich auch in der Schlussphase nichts, als die Großenmeerer Überlegenheit immer größer wurde. Weder der platzierte Freistoß von Geburtstagskind Hanna Gebken (71.) noch der Kopfball von Anne Fengel (83.) fanden den Weg ins Wilhelmshavener Tor. Kurz vor Schluss traf Hanna Gebken dann doch: Aber das Tor fand keine Anerkennung. Doch weil die Gäste nichts anbrennen ließen – laut Ahlers musste Torhüterin Sofie Siemer nur zweimal eingreifen – jubelten die Großenmeererinnen beim Abpfiff des umsichtigen Schiedsrichters Thomas Wetzel ausgelassen. Der 57-jährige Unparteiische hatte seine Laufbahn mit einer klasse Leistung beendet und war mittendrin, als der Pokal nach zehn Jahren erneut nach Großenmeer ging. 2017 hatte die Ahlers-Elf das Finale gegen den VfB Oldenburg verloren.
„Der Pokalsieg ist das Sahnehäubchen auf eine tolle Saison“, sagte Ahlers, der für das Finale seinen Urlaub in Spanien hatte sausen lassen. „Meine Spielerinnen wollten den Pokal unbedingt – und haben ihn sich verdient.“
Auch Großenmeers Kapitänin Tina Gebken sprach von einem verdienten Sieg. „Wir waren einfach dran“, sagte sie. Die 28-Jährige lobte die Fans für die Unterstützung. „Sie lassen sich immer etwas einfallen. Das war fast wie ein Heimspiel.“ Der Rest war eine riesige Pokalsiegerinnen-Party.
Großenmeer: Sofie Siemer - Maren Rogge, Anne Fengel, Julia Mönnich, Sophia Böttcher, Merle Janssen, Tina Gebken, Jurkea Maas, Annika Rogge, Nina Schröder, Annika Bunjes; Kerstin Ahlers, Marie Lübben, Ann-Kathrin Lameyer, Emma von Deetzen, Hanna Gebken.
