Butjadingen - Soll es bei den seit dem Jahr 2016 geltenden, im Flächennutzungsplan festgelegten Vorgaben für Windparks in Butjadingen bleiben? Oder sollen Erweiterungen vorhandener Windparks zugelassen werden – oder auch kleinere neue Windparks? Vor allem aber: Wie kann die Gemeinde künftig finanziell mehr profitieren? Diese Fragen sind jetzt im Umweltausschuss des Gemeinderates hochgekocht.
Komplexes Thema
„Das ist ein sehr komplexes Thema. Und ja: Uns fehlt ein Gesamtkonzept für die Zukunft.“ So fasste Bürgermeister Axel Linneweber (parteilos) die Diskussion zusammen. Anlass waren ein Antrag und eine Anfrage. Windpark Schütting-Geschäftsführer Dietmar Reesing hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt, der eine weitere 130 Meter hohe Windenergieanlage auf dem Grenzgebiet des gültigen Bebauungsplanes des Windparks Schütting erlaubt. Der Abstand zur nächsten Bauerschaft Hasenburg würde nur 288 Meter betragen. Später soll eventuell eine Erweiterung des Gebietes für noch mehr Anlagen beantragt werden.
Bautechniker, Zimmer-, Beton- und Stahlbetonmeister Fritz Wiechmann aus Eckwarden hat angefragt, ob eine Bauleitplanung möglich ist für einen Windpark in Kombination mit einem Solarpark auf 13 Hektar in der Gemarkung Tossens. Fritz Wiechmann möchte dort mit einem Investor zwei bis drei Windräder (Höhe: jeweils 130 bis 150 Meter) errichten und betreiben. Gemäß Flächennutzungsplan muss hier ein Abstand von mindestens 500 Meter zur Wohnbebauung eingehalten werden. Auf den genannten Flächen wäre aber aktuell nur ein Abstand von 300 Metern realisierbar.
Der Planungsausschuss hat eine Entscheidung sowohl über den Antrag von Dietmar Reesing als auch über die Anfrage von Fritz Wiechmann verschoben, weil nun versucht werden soll, ein neues Windenergie-Gesamtkonzept für Butjadingen zu entwickeln. Weitere Anträge für zusätzliche Windenergieanlagen in Butjadingen werden erwartet, zumal es sich um ein hochprofitables Geschäftsfeld handelt.
Finanziell profitieren
Während der Diskussion der Ausschuss-Mitglieder schälte sich ganz klar heraus, dass es ihrer Ansicht nach vor allem darum gehen muss, dass die Gemeinde davon finanziell stark profitiert – über die gesetzlich geregelte Gewerbesteuer und die Abgabe von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom hinaus. Geklärt werden soll daher auch, ob und wie sich die Gemeinde direkt beteiligen könnte. Fritz Wiechmann signalisierte, dass er bereit sei, auf Vorgaben der Gemeinde einzugehen und auch die Gemeinde am Unternehmen direkt zu beteiligen.
