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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Schwere Fracht für den Grund der Nordsee

24.05.2014

Nordenham Weil die eigenen Schiffe zurzeit in der Ostsee im Einsatz sind, haben die Norddeutschen Seekabelwerke (NSW) die Dienste des norwegischen Offshore-Spezialisten Boa Marine Services für die Auslieferung eines 26 Kilometer langen Energieseekabels in Anspruch genommen. Das Verlegeschiff „Boa Sub C“ liegt seit Donnerstag an der NSW-Pier und wird bis Anfang nächster Woche mit dem Kabel beladen, das für den Windpark Borkum Riffgrund 1 bestimmt ist. Aufgrund der enormen Größe und der besonderen Ausstattung der „Boa Sub C“, die normalerweise für die Öl- und Gasindustrie tätig ist, erfordert die Verladung des Kabels einen beträchtlichen Aufwand. „Das ist schon ein außergewöhnliches Projekt“, sagt NSW-Geschäftsführer Dr. Günther Schöffner.

Drei Kupferadern

Das in der Powerfabrik von NSW gefertigte Borkum-Kabel hat einen Durchmesser von 218 Millimetern. Es ist mit drei Kupferadern für die Stromleitung und zwei Glasfaserkabeln für die Telekommunikation bestückt. Aufgeteilt in zwei Strecken über 12 Kilometer und ein 2 Kilometer langes Reservestück, bringt es das 150-Kilovolt-Hochspannungskabel auf ein Gesamtgewicht von 2230 Tonnen.

Neue Aufträge aus den Niederlanden und Frankreich

Die Offshore-Krise ist an den Norddeutschen Seekabelwerken nicht spurlos vorbeigegangen. Weil sich viele Windkraft-Projekte verzögerten, blieben bei NSW einige Aufträge aus. „Die schwierigste Zeit ist vorbei“, sagt Geschäftsführer Dr. Günther Schöffner, „ich bin zuversichtlich.“ Er verweist darauf, dass NSW verstärkt auch auf anderen Geschäftsfeldern aktiv ist. Zum Beispiel in der Energieanbindung von Bohrinseln und in der Telekommunikation.

Betriebsbedingte Kündigungen konnten vermieden und die Stammbelegschaft mit etwa 550 Mitarbeitern gehalten werden. Dazu trugen auch flexible Arbeitszeitmodelle mit Stundenabbau und die Kooperationsbereitschaft des Betriebsrates bei.

Einen großen Auftrag haben sich die Norddeutschen Seekabelwerke jetzt in den Niederlanden gesichert. Für die Innenverkabelung des Nordsee-Windparks Gemini im Norden der Insel Schiermonnikoog ist die Finanzierung seit vergangener Woche unter Dach und Fach. Im Auftrag des niederländischen Unternehmens Van Oord liefert NSW ein 140 Kilometer langes Mittelspannungskabel (36 Kilovolt) aus Aluminium, das die 150 Windkraftanlagen auf See miteinander verbindet. Das Auftragsvolumen befindet sich laut Vertriebs­chef Erhard Weitzenfelder im „zweistelligen Millionenbereich“. Die Auslieferung ist für 2016 geplant.

Auch aus Frankreich hat NSW einen neuen Auftrag bekommen. Das Nordenhamer Traditionsunternehmen soll für die Festland-Stromanbindung der Atlantikinsel Belle-Île ein 15 Kilometer langes Kabel produzieren.

Das Schlimmste, was bei der Verschiffung dieses von NSW konzipierten High-Tech-Produktes geschehen könnte, wäre ein Kabelbruch. Daher haben die Nordenhamer Kabelwerker allerhand Schutzvorkehrungen getroffen. Dazu gehört der Einsatz von zwei Pontons, die dafür sorgen, dass zwischen der Pier und dem Schiff ein Abstand von 20 Metern bleibt. Diese Distanz ist wichtig, um eine zu starke Biegung des Kabels zu verhindern. Denn die 138 Meter lange „Boa Sub C“ wird nicht von achtern – wie bei kleineren Kabelschiffen üblich – beladen, sondern von der Seite.

NSW-Chef Günther Schöffner ist froh und dankbar, dass die Zulieferfirmen und vor allem das benachbarte Hafenunternehmen Rhenus Midgard seine Mannschaft bei dem aufwendigen Verlademanöver unterstützen. „Die Zusammenarbeit bei dieser logistischen Herausforderung ist hervorragend“, sagt er.

Voraussichtlich dauert es noch bis Dienstag, bis das Borkum-Kabel komplett auf den riesigen Drehteller des feuerroten Spezialschiffes verfrachtet ist. Gleich darauf macht sich die „Boa Sub C“, deren Heimathafen Valletta auf Malta ist, auf die Reise zu dem im Bau befindlichen Nordsee-Windpark.

Borkum Riffgrund hat gerade ein Bergfest gefeiert: 39 der insgesamt 78 Offshore-Fundamente sind inzwischen fertiggestellt. Der von dem Energiekonzern DONG betriebene Windpark ist auf eine Gesamtkapazität von 312 Megawatt ausgerichtet und liegt 37 km nördlich der Insel Borkum. In diesem Sommer soll die Installation der Windturbinen beginnen.

NSW liefert die beiden Kabel, die in paralleler Anordnung den Windpark mit der Offshore-Konverter-Plattform DolWin alpha verbinden. Auftraggeber für dieses Projekt ist der Netzbetreiber TenneT.

Searex rückt an

Die „Boa Sub C“ befördert die Kabelstränge zu dem Windpark und verlegt sie auf dem Meeresgrund. Eingegraben werden sie später von einem NSW-Team, das dabei den firmeneigenen Unterwassertraktor Searex einsetzt. „Das ist der leistungsstärkste Trencher auf dem europäischen Markt“, sagt der Powerkabel-Vertriebsleiter Erhard Weitzenfelder.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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