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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

15 Tote Tiere Seit 2014: Wolf oder Hund – wer riss Tiere in der Wesermarsch?

23.11.2017

Abbehausen /Brake /Wesermarsch „Es ist in keiner Weise notwendig, Panik zu machen, weil Wölfe angeblich ihr Unwesen im Landkreis Wesermarsch treiben. Wir haben hier kein Wolfsproblem, wir haben eine Hundeproblem.“ Mit diesen Worten kritisiert der Jäger und Wolfsberater Franz-Otto Müller aus Brake den Vorstoß des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch für wolfsfreie Zonen.

„Es nützt den Landwirten nicht, mit der Peitsche reinzuschlagen und für Unsicherheit zu sorgen“, fügt Franz-Otto Müller am Freitag gegenüber der NWZ hinzu. Die Aussagen des Kreislandvolk-Vorsitzenden Dr. Karsten Padeken in einer Bezirksversammlung in Abbehausen seien unseriös.

Karsten Padeken hatte gesagt: „Die Wesermarsch ist nicht wolfsfrei.“ Zum Beleg hatte er auf drei Fälle von gerissenen Schafen verwiesen – einen Anfang August bei Golzwarden und zwei Ende September in der Gemeinde Jade.

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Zwar sei offiziell noch nicht bestätigt, dass die Schafe von Wölfen getötet wurden, schränkte Karsten Padeken ein. Jedoch handele es sich nach den von einem Hoftierarzt gezogenen Proben um Wolfshunde (auch Hybride genannt, die nicht reinrassige Wölfe sind, sondern Kreuzungen aus Wolf und Hund).

Wolfsberater zweifelt Proben an

Wolfsberater Franz-Otto Müller zweifelt dagegen an, dass das Institut in Hamburg, welches die vom Hoftierarzt gezogenen Proben untersucht hat, über die nötigen DNA-Vergleiche verfügt. Bei allen an dieses Institut geschickten Proben sei bisher immer das Ergebnis gewesen, es handele sich um Wolfshybride. Auch das Landesumweltministerium zweifle solche Untersuchungen als nicht fachlich an.

Im Unterschied dazu verfüge die Senckenberg-Forschung (Standort Görlitz) über europaweite DNA-Vergleiche. Daher müsse abgewartet werden, zu welchen Ergebnissen das Senckenberg-Institut kommt. Warum diese Untersuchungen so lange dauern, wisse er auch nicht, sagt Hans-Otto Müller. Er stimmt der Kritik des Kreislandvolkverbandes zu, wonach die amtlichen Verfahren viel zu lange dauern.

Franz-Otto Müller ist 2013 vom niedersächsischen Umweltministerium zum Wolfsberater für die Wesermarsch bestellt worden. In dieser Funktion hat er seit 2014 insgesamt 15 Fälle von Übergriffen festgestellt und dokumentiert. Betroffen waren insgesamt zwölf Nutztiere (größtenteils Schafe) und drei Wildtiere (Rehböcke).

In fünf Fällen töteten Hunde

Nach seinen Erkenntnissen ist nicht sicher, wie viele Tiere auf normalem Weg gestorben und später etwa von einem Fuchs oder Hunden oder Greifvögeln angefressen worden sind. Aber in keinem Fall waren Wölfe oder Wolfshunde beteiligt. Durch DNA-Analysen des Senckenberg-Instituts ist festgestellt worden, dass in fünf Fällen die Tiere von Hunden gerissen worden waren.

Sachliche und unaufgeregte Analysen führen laut Franz-Otto Müller zu diesem Fazit: „Wir haben in der Wesermarsch kein Wolfsproblem, sondern ein Problem mit vagabundierenden und wildernden Hunden.“ Der Jäger und Wolfsberater fügt hinzu: „Darunter sind sogar Jagdhunde. Da müssen wir ehrlich bleiben“. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, seien Jagdrevierpächter und Landwirte zu genauen Beobachtungen aufgefordert.

Sollte es doch noch zu einem Wolfsproblem kommen, rennt nach Ansicht von Franz-Otto Müller der Kreislandvolkverband mit der Forderung nach einem sogenannten gezielten Wolfsmanagement offene Türen ein. Denn dieses Management gebe es bereits. In Übereinstimmung mit Natur- und Artenschutzrecht sei es bereits heute zulässig, Wölfe „herauszunehmen“, also zu fangen oder notfalls zu töten, wenn sie auffällig werden. Eine Änderung des Jagdrechtes sei daher nicht nötig.

Was tun, wenn ein Wolf vor einem steht?

Auch die vom Kreislandvolk geforderte sogenannte Vergrämung ist laut Franz-Otto Müller zulässig, ja sogar Bürgerpflicht. Konkret komme es darauf an, sofort bei Sichtung eines Wolfes vor Ort Krach zu machen, zu pfeifen oder auch mit dem Stock nach dem Tier zu werfen oder Steine zu werfen – statt Handyaufnahmen zu machen. Franz-Otto Müller sagt: „Niemand muss Angst haben, dass ihn ein Wolf anfällt oder aggressiv wird, denn dazu haben Wölfe selbst zuviel Angst.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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