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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Zwischen Pensionat und Promotion

07.02.2019

Abbehausen Liebe und Heimat – diese Grundthemen durchzogen wie ein roter Faden die Gedichte, Kurzgeschichten und Bücher der Schriftstellerin Alma Rogge. Geboren und aufgewachsen auf dem Hof ihrer Eltern Auguste und August in Brunswarden zwischen Oberdeich und Hartwarden hatte die plattdeutsche Sprache sie maßgeblich geprägt. Sie gilt deshalb als eine der bekanntesten und beliebtesten Heimatdichterinnen.

Es verwundert daher nicht, dass der Saal im Landhotel Butjadinger Tor beim Klönabend des Rüstringer Heimatbundes am Dienstag wieder einmal so dicht besetzt war, dass kein einziger Stuhl mehr hineinpasste. 50 Jahre nach Alma Rogges Tod ließ der Heimatverein ihr Werk in einer „biografischen Skizze“ Revue passieren. Diese Enge, „das muss man aushalten können an einem Klönabend,“ entschuldigte sich der Vorsitzende des Heimatbundes, Hans-Rudolf Mengers. Gemeinsam mit Heddo Peters hatte er den Abend vorbereitet – und sogar Alma Rogge persönlich in Form von Original-Tonbandaufnahmen ins Team geholt.

Während Hans-Rudolf Mengers und Alma Rogge Kurzgeschichten aus verschiedenen Schaffensperioden vorlasen wie „Villazipidyll“, „De Twiebackstut“, „Up de Freete“, „Der Bienenvater lädt ein“ oder „Leute in der Bucht“, zeichnete Heddo Peters den Lebensweg der Schriftstellerin anhand der Daten nach. Er hielt sich dabei eng an die im Isensee-Verlag erschienene Biografie, in der Thea Strahlmann auch auf private Quellen, Rogges Tagebücher und die Memoiren eines engen Freundes zurückgegriffen hatte.

In der einklassigen Schule im nahegelegenen Edschenburg war Alma Rogge 1901 eingeschult worden, wechselte 1903 auf die Höhere Bürgerschule in Rodenkirchen, musste dann aber – anders als ihre beiden Brüder Enno und Heinrich – mit 15 Jahren die Schulzeit beenden, um der Mutter auf dem Hof zur Hand gehen zu können. Nachdem die Eltern sie 1911 zur Vervollständigung ihrer Hauswirtschaftskenntnisse für ein Jahr nach Bad Kreuznach ins Töchterpensionat schickten, brach sie aus ihrem häuslichen Umfeld aus: Realschulabschluss in Varel, Abitur in Delmenhorst, Studium in Göttingen und Berlin, Promotion in Hamburg. Von 1926 bis 1932 übernahm sie in Bremen die Schriftleitung der Zeitschrift „Niedersachsen“ und startete dann eine Karriere als freie Schriftstellerin. Aber auch bis dahin hatte sie schon vieles veröffentlicht.

1939 zog sie in ein Haus in Bremen-Rönneberg, das sie selbst als „Bollwerk gegen das Heimweh“ beschrieb. 1943 übernahm sie in Hannover für sechs weitere Jahre die Schriftleitung in der Zeitungsredaktion „Niedersachsen“, um anschließend wieder „frei“ zu sein.

Die von Heddo Peters und Hans-Rudolf Mengers gezeichnete „biografische Skizze“ gab ein umfassendes Bild vom Leben und Werk der Heimatschriftstellerin. Sie vermieden allerdings jeden Hinweis auf Vorwürfe, Alma Rogge habe sich in der NS-Zeit von der Ideologie der Nationalsozialisten ein Stück weit vereinnahmen lassen.

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