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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auch Küchenhilfen sollen mehr verdienen

11.01.2019

Abbehausen Sie setzten sich Kochmützen auf und hielten Plakate vor der Brust: Am Donnerstag hat sich eine Gruppe von Mitgliedern der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) an der Butjadinger Straße in Abbehausen postiert. Die Teilnehmer protestierten dagegen, dass die ungelernten Kräfte in der Gastronomie weiterhin nur nach dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt werden sollen. Gewerkschaftssekretär Christian Wechselbaum hatte zu der Aktion aufgerufen. Er sagt: „Trotz Personalmangels und Rekordumsätzen wollen die Gastronomen die Löhne für einen Großteil der Beschäftigten einfrieren.“ Denen, die die Küchen und Restaurantbetriebe im Land am Laufen halten, werde ein „Mager-Lohn“ serviert.

Die Tarifverhandlungen für das Gastgewerbe in Weser-Ems laufen aus der Sicht der Gewerkschaft gar nicht schlecht. In den meisten Punkten hat sie mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bereits eine Einigung erzielt. So sollen die Löhne für angelernte Beschäftigte und Fachkräfte um sieben Prozent steigen. Außerdem wollen beide Seiten bei der Landesregierung die Allgemeinverbindlichkeit beantragen. Das bedeutet, dass der Tarifvertrag wie ein Gesetz wirken würde und auch für Betriebe gilt, die nicht im Dehoga organisiert sind.

Einziger Knackpunkt: Nach jetzigem Stand wären Aushilfskräfte von diesen Verbesserungen ausgeschlossen. „Dabei ist die komplette Belegschaft für den Erfolg eines Betriebes verantwortlich“, sagt Christian Wechselbaum. Nach seinen Angaben liegt der Mindestlohn in der untersten Tarifgruppe, also für Spüler, Reinigungskräfte, Küchenhilfen, Aushilfskellner und Lagerarbeiter, zurzeit bei 9,19 Euro. Er fügt hinzu, dass es in der Gastronomie nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern insgesamt einen Personalmangel gebe. Die Verhandlungen zwischen NGG und Dehoga sollen am 15. Januar in Oldenburg fortgesetzt werden.

Langfristiges Ziel der Gewerkschaft ist es, die Löhne im Tarifgebiet Weser-Ems um 13 Prozent zu erhöhen und damit an den niedersächsischen Standard anzugleichen. Zum Tarifgebiet Weser-Ems gehören die Landkreise Wesermarsch, Friesland, Oldenburg-Land, Ammerland, Cloppenburg und Vechta sowie die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven. Nach den Worten von Christian Wechselbaum liegen die Tarife hier um 13 Prozent niedriger als im restlichen Niedersachsen. „Warum das so ist, kann ich noch nicht einmal sagen“, so der Gewerkschaftssekretär. Das sei historisch gewachsen.

Für ihren Protest hatten sich die Gewerkschafter nach den Worten von Christian Wechselbaum „einen zentralen Ort“ ausgesucht. Die Aktion richtete sich nicht gezielt gegen das Landhaus Butjadinger Tor, wo sich die Teilnehmer postiert hatten. Der Geschäftsführer des Abbehauser Gastronomiebetriebs, Udo Venema, teilte auf Nachfrage mit, dass er seine Aushilfskräfte übertariflich bezahle. „Das geht auch gar nicht anders, sonst bekommt man kein Personal mehr.“

Ihre Plakate mussten die Gewerkschafter früher als geplant wieder einpacken. In Abstimmung mit der Stadt Nordenham bat die Polizei die Versammlungsteilnehmer ihre kleine Demonstration zu beenden, weil sie nicht angemeldet war. Außerdem befürchteten die Ordnungshüter eine Ablenkung der Autofahrer auf der Butjadinger Straße. Ein Polizeisprecher teilte auf Nachfrage mit, dass die Protestaktion im Einvernehmen mit den Teilnehmern aufgelöst wurde.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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