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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Abriss des Turms ist die allerletzte Notlösung“

04.11.2010

FRAGE: Herr Wenderoth, was hatten Sie ursprünglich mit dem Turm vor?

MARTIN WENDEROTH: Der ursprüngliche Plan war, den Turm privat als Wohngebäude und außerdem für eine Tierarztpraxis zu nutzen.

FRAGE: Woran ist dieses Vorhaben gescheitert?

WENDEROTH: Der Plan ist gescheitert, weil hier sehr viele Anforderungen unter einen Hut zu bringen sind. Das sind zum einen die Belange des Denkmalschutzes, vor allem aber auch die baurechtlichen Auflagen. Und dann muss die Sache sich natürlich auch noch wirtschaftlich rechnen.

FRAGE: Was sollte Ihrer Meinung nach jetzt passieren? Wollen Sie den Turm abreißen lassen?

WENDEROTH: Nein. Natürlich steht die Sicherheit der Anwohner an erster Stelle. Aber das nächste Ziel muss die Erhaltung sein, und zwar aus zwei Gründen: Der eine ist die architektonische Bedeutung des Turms; er ist ein wunderbares Beispiel für die Baukunst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ein noch wichtigerer Grund ist, dass der Wasserturm für viele Braker ja ein Stück geronnene Erinnerung darstellt. Ein Abriss stellt für mich die allerletzte Notlösung dar.

FRAGE: Sehen Sie noch eine Chance für eine wirtschaftliche Nutzung des Turms?

WENDEROTH: Ich denke nicht, dass eine solche Chance besteht. Das haben die vergangenen 20 Jahre gezeigt. In dieser Zeit gab es fünf Investoren, die konkrete Projekte erarbeitet hatten. Alle zerschlugen sich aus den genannten Gründen.

FRAGE: Was wäre demnach Ihre bevorzugte Lösung?

WENDEROTH: Ideal wäre eine gemeinnützige Lösung, die aber auch eine langfristige Perspektive für das Gebäude eröffnen sollte. Ich will keinen wirtschaftlichen Nutzen aus dem Wasserturm ziehen. Wenn sich ein Verein oder eine Gruppe von Bürgern findet, die bereit ist, den Turm in irgendeiner Weise sinnvoll zu nutzen, wäre ich bereit, das Grundstück und das Gebäude kostenlos zur Verfügung zu stellen.

FRAGE: In einem sanierten Zustand?

WENDEROTH: Im jetzigen Zustand.

FRAGE: Das heißt, Sie sind nicht mehr bereit, Geld in den Turm zu investieren?

WENDEROTH: Nein, das heißt es nicht. Dass ich mit Sofortmaßnahmen dafür sorge, dass hier keine Gefahr mehr für die Nachbar besteht, ist selbstverständlich. Andernfalls wäre jetzt auch nicht der Monumentendienst vor Ort. Wir müssen das Ergebnis der Begutachtung abwarten. Dann werden Sicherungsmaßnahmen folgen.

hat von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre selbst im Ortsteil Hammelwarden gewohnt – in einem Haus an der Stedinger Landstraße in direkter Nachbarschaft zum Wasserturm. Der 50 Jahre alte gebürtige Dortmunder ist als Bauingenieur in Hagen in Nordrhein-Westfalen tätig.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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NWZ | Monumentendienst

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