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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Albion als Blaupause für die Super-Hütte

25.06.2010

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Der Xstrata-Konzern hat grünes Licht für eine Großinvestition in Nordenham gegeben: Für 11,5 Millionen Euro soll eine Anlage gebaut werden, mit der die Zinkhütte noch mehr Erzkonzentrat verarbeiten kann. Das Projekt trägt den Namen Albion.

100 zusätzliche Jobs

Es ist für das Werk in Friedrich-August-Hütte von größter Bedeutung, wie der Geschäftsführer Carl van Dyken sagt: Wenn die Anlage, die Anfang 2011 in Betrieb gehen soll, gut läuft, soll nach diesem Muster das ganze Werk massiv ausgebaut werden. Geplant sind, wie berichtet, Investitionen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro. Zu den jetzt 320 Arbeitsplätzen kämen weitere 100 hinzu. Albion ist die Blaupause für die neue Super-Hütte.

Neben der technischen Beherrschung der neuen Anlage gibt es eine weitere Herausforderung: den Strompreis. Carl van Dyken verhandelt gerade mit mehreren Anbietern über einen Preis, der die gigantische Investition auch langfristig profitabel macht.

Der Konzern, betont van Dyken, sei entschlossen, die Investition zu machen. Nordenham genieße wegen seiner motivierten Mitarbeiter einen sehr guten Ruf bei der Konzernmutter in Spanien und habe deshalb erste Priorität. Sollte der Plan aber am Strompreis scheitern, werde ein anderes Xstrata-Werk zum Zuge kommen.

Albion ist der Name eines Viertels der australischen Stadt Brisbane. Hier betreibt der Bergbau- und Hüttenkonzern Xstrata ein Labor, das einen neuen Weg zur Verarbeitung des zinkhaltigen Erzkonzentrats aus der australischen Mine McArthur River suchte – und gefunden hat. Denn dieses Erz ist für die Röstanlage, in der der Konzentrate normalerweise verarbeitet werden, ungeeignet.

Die australischen Ingenieure entwickelten eine besondere Version der sogenannten Direktlaugung – eben das Albion-Verfahren. Es ist für die Nordenhamer Hütte von besonderem Wert, weil die Kapazitäten der Röstanlage geringer sind als die der Bäderhalle. Während die Bäderhalle dank kontinuierlicher Weiterentwicklung inzwischen bis zu 145 000 Tonnen Zink im Jahr produzieren kann, ist in der Röstanlage bei 125 000 Tonnen Schluss.

Weil fremde Hütten nur äußerst ungern geröstete Vorstoffe verkaufen, bedeutete das bis Ende 2002: Die Zinkhütte kann ihre Möglichkeiten nicht ausnutzen. Doch seit die Hütte Anfang 2003 von der Metaleurop an die Xstrata verkauft worden war, hat sie Zugriff auf Röstgut: Rund 20 000 Tonnen werden jedes Jahr per Schiff von der Schwesterhütte in der nordspanischen Provinz Asturien nach Friedrich-August-Hütte gebracht.

Das wird mit der Inbetriebnahme der Anlage nicht mehr nötig sein. Diese Anlage besteht aus zwei Teilen. Auf der einen Seite der Laugerei werden zwei 13 und 16 Meter hohe Stahlbehälter gebaut, van Dykens Stellvertreter Dr. Rolf Rodermund nennt sie Reaktoren. Sie enthalten Schwefelsäure, in die das McArthur-River-Konzentrat eingefüllt und dann verrührt wird. Dabei entstehen eine Zinksulfit-Lösung, die zur Weiterverarbeitung zunächst in die Laugerei und dann in die Bäderhalle gepumpt wird, sowie ein bleihaltiger Schwefelrückstand, der in den zweiten Teil der neuen Anlage auf der anderen Seite der Laugerei gepumpt wird. Hier, in einer 750 Quadratmeter großen und 16 Meter hohen Stahlbauhalle, werden Blei und Schwefel so sauber getrennt, dass sie verkauft werden können.

Auch nach der knapp 1000 Grad heißen Röstung bleiben Blei und Schwefelsäure übrig, die verkauft werden.

Zweite Anlage in Spanien

Wie Carl van Dyken weiter mitteilt, baut Xstrata noch eine zweite, aber deutlich kleinere Albion-Anlage: bei der Schwesterhütte in Nordspanien. Sie nimmt ihren Betrieb schon im Juli auf.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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