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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Anna holt mit „Goldhasen“ den Titel

01.11.2014

Brake „Schlappi“ und „Brauni“ hoppeln schon seit längerem bei Anna durch den Garten. In diesem Jahr sind fünf weitere Kaninchen dazugekommen, denn die Grundschülerin hat ihre eigene Zucht gestartet. Fünf Exemplare der Rasse „Sachsengold“, eine leuchtend rot-gelbe Kaninchenart, sind seit kurzem in ihrem Besitz. „Meine Mama züchtet auch Kaninchen“, erklärt die Siebenjährige ihre Liebe zu den flauschigen Tieren. Einen Wurf „Sachsengold“ hat ihre Mutter Anna überlassen, damit sie ihre eigene Zucht aufbauen kann. Somit hat Anna gute Startbedingungen für eine erfolgreiche Zukunft als Kaninchenzüchterin. Dies zeigte sich jetzt auch bei der Ortsschau des Kaninchenzuchtvereins: Anna und ihre „Goldhasen“ holten den Titel des Jugend-Vereinsmeisters – und das bei ihrer ersten Ausstellung.

Seit 35 Jahren dabei

Was Anna erst vor kurzem zu ihrem Hobby gemacht hat, betreibt Enno Bielefeld seit mittlerweile 35 Jahren mit viel Mühe und Hingabe. Der Braker ist leidenschaftlicher Züchter von Angora-Kaninchen; einige Exemplare präsentiert er erfolgreich bei der Ortsschau – mit seinen Angoras wird er Vereinsmeister. Für den Laien sehen die Kaninchen erstmal aus wie riesige weiße Fellberge, wie sie in ihren Käfigen sitzen und auf ihre Bewertung warten.

Die Angora-Herdbuch-Kaninchen, erklärt Enno Bielefeld, seien Nutztiere, ihre Wolle werde seit langer Zeit für die Herstellung verschiedener Textilien gebraucht und geschätzt. Bielefeld ist der einzige Züchter dieser wertvollen Tiere in der Wesermarsch; spätestens alle drei Monate schert er seine Tiere. „Das Fell der Angoras wächst immer weiter, die Tiere würden einen Kreislaufzusammenbruch bekommen, wenn man sie nicht regelmäßig von der Last des langen Fells befreit“, erläutert der Fachmann. Ein einziges Tier liefere mitunter eine beachtliche Menge Wolle: „418 Gramm war mein bisheriger Rekord“, berichtet Enno Bielefeld stolz.

Mit seiner Wolle belieferte er unter anderem den Textilhersteller Medima, der aus dem feinen Material Kleidung fertigt. Wer seine Hand einmal in das Fell eines Angora-Kaninchens stecken durfte, kann sich vorstellen, wie weich sich die daraus hergestellte Kleidung auf der Haut anfühlt.

Über Erfolg und Misserfolg der Braker Züchter entscheidet bei der Ortsschau des Vereins Preisrichter Rolf Frerichs. Er weiß ganz genau, wie ein Kaninchen welcher Rasse auszusehen hat, und bewertet danach jedes einzelne Tier nach einem Punktesystem.

Die Kaninchen werden in verschiedenen Kategorien beurteilt; es geht unter anderem um das richtige Gewicht, einen korrekten Körperbau, schönes Fell und einen hübschen Kopf sowie wohlgeratene Ohren. Rolf Frerichs nimmt die Tiere auf seinem Richtertisch genau unter die Lupe, dreht sie hin und her, befühlt ganz genau Pfoten und Ohren und pustet mehrmals in das Fell der Tiere. „Dadurch kann man die Färbung der Haare erkennen – das Deckhaar hat ja eine andere Farbe als das Unterhaar“, erläutert Frerichs das Vorgehen. Denn selbst für die Färbung der Haare bis zur Wurzel gibt es ganz genaue Vorgaben.

Für jede Kategorie trägt Rolf Frerichs die Punktzahl auf einer Bewertungskarte ein, die anschließend dem Züchter ausgehändigt wird. Er gibt außerdem Ratschläge, worauf bei der weiteren Zucht geachtet werden sollte, damit in Zukunft noch bessere Ergebnisse erzielt werden.

Bei der Bewertung hat Rolf Frerichs tatkräftige Unterstützung in Person von Kerstin Lipinski-Dietrich aus Delmenhorst. Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Lipinski züchtet sie selbst sehr erfolgreich Kaninchen. Die „Deutschen Riesen“ der Zuchtgemeinschaft brachten es sogar schon zum Europameistertitel.

In einer dreijährigen Ausbildung lernt Kerstin Lipinski-Dietrich in Theorie und Praxis das Handwerk des Kaninchen-Preisrichters. Oft ist Kerstin Lipinski-Dietrich bei Schauen dabei, um den Richtern über die Schulter zu schauen und ihr Auge für die verschiedensten Kaninchenrassen zu schulen. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte sind die Preisrichter viel beschäftigt, mitunter sind sie fast täglich auf Schauen unterwegs, berichtet Rolf Frerichs.

Freude über Besucher

Rund 120 Kaninchen der verschiedensten Größen, Formen und Farbschläge gibt es an diesem Sonnabend und am Sonntag in der Ausstellungshalle der Geflügelzüchter an der Bahnhofstraße zu bewundern. „Wir freuen uns über jeden Besucher“, sagt Pressesprecherin Gabriele Bielefeld, „je mehr, desto besser“. Die Türen zur Ortsschau öffnen sich heute um 9 Uhr; die offizielle Eröffnung mit Preisverleihung, bei der auch Anna geehrt wird, findet um 15 Uhr statt. Anschließend können die Kaninchen bis 18 Uhr in der Halle an der Bahnhofstraße bestaunt werden. Das Rahmenprogramm bietet wie jedes Jahr zahlreiche Aktivitäten der Jugendgruppe und eine Tombola. Auch für das leibliche Wohl der Besucher sorgt der Zuchtverein. Am Sonntag ist die Schau dann von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Greta Block Volontärin / NWZ-Redaktion
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