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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gesundheit: Apotheker warnen vor Online-Konkurrenz

07.04.2017

Elsfleth Maike Maas-Bode schlägt Alarm: Die Inhaberin der Elsflether Anker-Apotheke sieht durch die Versand-Erlaubnis von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht nur die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht, sondern die Zukunft ortsansässiger Apotheken insgesamt – und das nicht nur „auf dem Land, sondern auch in städtischen Regionen“.

„Die Online-Versandapotheken aus dem Ausland zu fördern, ist ein Skandal“, bringt es Maike Maas-Bode auf den Punkt. Ihr Mann, Dr. Hartmut Bode, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Was steckt dahinter, dass man uns weghaben möchte?“

Umkehr nicht möglich

Die beiden Apotheker warnen vor dem Verlust ortsansässiger Apotheken: „Die Auswirkungen des Versandhandels werden vielleicht erst in fünf bis zehn Jahren zu spüren sein, doch dann ist eine Umkehr zu spät, weil es dann kaum noch Apotheken geben wird.“ Oder wie Maike Maas-Bode betont: Der Handel mit den rezeptpflichtigen Medikamenten sei das wirtschaftliche Standbein der Apotheken – „ohne können wir uns den ,Luxus‘ wie Notdienst und Erreichbarkeit rund um die Uhr nicht erlauben“. Der Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten mache rund 90 Prozent des Umsatzes aus. „Wenn uns das wegbricht, ist es vorbei“, spricht auch Hartmut Bode Klartext.

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Aber auch den gesetzlichen Auftrag, die Bevölkerung in Krisenzeiten mit Medikamenten mindestens eine Woche versorgen zu können, könnten Versandapotheken nicht erfüllen. „Rezepturen und Betäubungsmittel können und dürfen nur Apotheker ausgeben und keine Logistiker“, so Hartmut Bode.

Und noch einen Aspekt gebe es zu bedenken, meint die Apothekerin: „Warum versucht man mit aller Macht Ärzte auf das Land zu holen, wenn man die Medizin nicht bekommt, die sie verschreiben.“ Denn eines dürfe nicht passieren: „Dass ich im Notdienst gefragt werde, ob ich Insulin herausgeben darf, während das in einem Paketwagen liegt.“

Diskussion mit Politik

Um auf die gefährliche Lage aufmerksam zu machen, haben Maike Maas-Bode und Hartmut Bode das Thema jetzt auch mit den beiden Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) und Björn Thümler (CDU) diskutiert. Und Thümler widerspricht Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), die im Versandhandel keine Gefahr für die Apotheken sieht, sondern sogar Vorteile im ländlichen Raum: „Das Gegenteil ist der Fall, denn jeder Patient, der ein dringend benötigtes Medikament in der Apotheke bestellt, kann dieses wenige Stunden später abholen oder bekommt es nach Hause geliefert. Das kann der Versandhandel gar nicht leisten.“ Hinzu komme die fachliche Beratung, die die Behandlung des Arztes ergänze. Thümler unterstützt daher den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), den Versand verschreibungspflichtiger Medikamente zu verbieten. Auch Logemann sei es wichtig gewesen, so Maike Maas-Bode, dass „wir weiterhin eine ordentliche Versorgung vor Ort leisten können“.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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