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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Aschenputtel mit Schmuckstückpotenzial

09.10.2015

Nordenham In ihrem jetzigen Zustand macht sie einen bemitleidenswerten Eindruck. Die verwaiste Leichenhalle an der Schillerstraße ist zwar ein Baudenkmal, aber eins mit hohem Sanierungsbedarf. Dass dieses verwahrloste Aschenputtel das Zeug zu einem Schmuckstück der Baukunst hat, belegen die 20 Architekturentwürfe, die zurzeit im Obergeschoss des Nordenham-Museums an der Hansingstraße ausgestellt sind. Die Ideenskizzen für die Umgestaltung der Leichenhalle und ihrer Nebengebäude stammen von 29 Studenten der Jade-Hochschule Oldenburg.

In Einzel- und Gruppenarbeiten haben sich die angehenden Architekten mit der Frage beschäftigt, wie sich der brach liegende Gebäudekomplex, den die Stadt Nordenham am liebsten verkaufen möchte, aus seinem Schattendasein befreien lässt. Von ihrem Kursbetreuer Professor Karlheinz Tripler bekamen sie die planerische Vorgabe, dass die Leichenhalle zu einem Kulturhaus mit Ausstellungsräumen und drei offenen Künstlerwerkstätten umfunktioniert werden soll. Um diese Nutzung zu ermöglichen, gehört eine Erweiterung mit einem Anbau dazu.

Die Ergebnisse ihrer Projektarbeit haben die Studenten bei einer Veranstaltung im Museum präsentiert. In Kurzvorträgen erläuterten sie ihre Konzepte, Ideen und Ambitionen. Fast alle legten Wert darauf, die historische Ensemblewirkung nicht anzutasten und die Außenansicht des Bestandes beizubehalten. Bei der Überlegung, wie und wo der Anbau errichtet werden soll, gab es jedoch unterschiedliche Ansätze.

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In einigen Entwürfen ist der immer lichtdurchflutete Anbau als Stahl- und Glaskubus geplant, in anderen hat er die Form eines Pavillons oder eines Spitzgiebels. Bei der Positionierung des Erweiterungsbaus bevorzugen die meisten Kursteilnehmer einen zurückhaltenden Standort rechts oder links am hinteren Gebäudetrakt. Es sind aber auch Konzepte dabei, in denen der Anbau bewusst als exponierter und großvolumiger Baukörper in Szene gesetzt wird, um einen besonderen Blickpunkt zu schaffen.

Bei der Gestaltung der Innenräume beweisen die Architekturstudenten ebenfalls viel Kreativität. Sie konstruieren Galerien, Podeste und Zwischengeschosse und lassen von der bisherigen Raumaufteilung so gut wie nichts übrig. Im Außenbereich legen sie Terrassen an und schaffen eine unmittelbare Anbindung an den Museumspark, der mit einem Skulpturenpfad künstlerisch aufgewertet werden könnte.

Am gewagtesten ist der Beitrag von Tabea Stallberg. Sie hat als einzige Teilnehmerin die Struktur der hinteren Bebauung nahezu komplett aufgehoben. Ihre Arbeit hat den Titel „Die Wiege der Sonne“. Damit bezieht sie sich auf das geschwungene Dach des Neubaus, der quer zur denkmalgeschützten Andachtshalle entstehen soll. Die Anordnung der Baukörper hat die Form eines Kreuzes – in Anspielung auf die kirchliche Symbolik. Mit Hinweis auf diesen mutigen Entwurf betonte Professor Karlheinz Tripler, dass „die Kosten nicht Bestandteil der Übung waren“.

Sehr arbeitsintensiv und detailliert ist der Entwurf, den Thomas Kotulla eingereicht hat. Er schlägt einen rückwärtigen Anbau mit einem Giebel vor, der die Form des Kapellendaches aufnimmt.

Der Leiter des Nordenham-Museums, Dr. Timothy Saunders, zeigte sich beeindruckt von dem Fleiß und der Fantasie der Studenten: „Es ist schön zu sehen, was mit dem Gebäude alles möglich ist.“ Ob die Ideen tatsächlich umgesetzt werden, steht in den Sternen. Noch ist die zukünftige Verwendung der Leichenhalle völlig offen.

 Die Architekturentwürfe für die Leichenhalle sind noch bis Mittwoch, 21. Oktober, im Nordenham-Museum an der Hansingstraße 18 ausgestellt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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