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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Milchviehbetriebe: Bauern in Sorge um Moorweiden

25.10.2013

Rodenkirchen Viele Landwirte in der Wesermarsch sind in großer Sorge wegen Bestrebungen der neuen SPD/Grünen-Landesregierung, Hochmoorgebiete in Niedersachsen stärker als bisher zu schützen. Das ist bei einem Umweltabend des Kreislandvolkverbandes mit etwa 120 teilnehmenden Landwirten in der Markthalle in Rodenkirchen deutlich geworden.

20 000 Hektar und damit ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis seien Moorflächen, sagte Dr. Karsten Padeken, Landwirt aus Frieschenmoor und Vorsitzender des Umweltausschusses des Kreislandvolkverbandes. Es gebe Ängste und Befürchtungen, dass es zu starken Einschränkungen für Milchviehbetriebe kommen könnte. Bei einer Vernässung von Moorweiden würde jede Grünlandnutzung ausgeschlossen.

Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen (Ovelgönne) sprach sich für diese Zielsetzungen für Moorschutzprogramme aus:

->  Gemeinsam mit der Praxis die besonderen Betroffenheiten herausstellen;

->  Angemessene Honorierung von öffentlichen Gütern;

->  Wege aufzeigen, wie die endliche Ressource Moor effizient bewirtschaftet werden kann.

Nachhaltige Nutzung

Als nachhaltige Landwirtschaft definierte Professorin Dr. Nicole Wrage-Mönnig von der Hochschule Rhein-Waal diesen Dreiklang: ökologisch tragfähig, sozial verantwortlich und ökonomisch leistungsfähig. Erst wenn diese drei Anforderungen erfüllt werden, sei Landwirtschaft zukunftsfähig.

Weit mehr als die Hälfte der Moorflächen in Niedersachsen werde als Grünland genutzt. Bei Entwässerung und noch mehr bei Trockenlegung von Moorflächen würden große Mengen klimarelevanter Gase freigesetzt – neben Kohlendioxid auch Methan und Lachgas.

Negative Auswirkungen auf den Klimaschutz seien beim Ackerbau aber deutlich größer als bei Umbrechungen für Grünlandnutzung.

Bei Moorweiden in der Wesermarsch könne es darüber hinaus wegen der Nähe zur Nordsee bei sackender Geländeoberfläche und steigendem Meeresspiegel zu Problemen bei der Entwässerung und zu einer Versalzung kommen.

Wie können und sollen Moorweiden bewirtschaftet werden, ohne dem Klima zu schaden? Die Wissenschaftlerin gab diese Empfehlung: Je nasser und weniger intensiv bewirtschaftet wird, desto weniger Treibhausgase werden freigesetzt. Das sei auch für den Artenschutz wichtig. Die Torfmächtigkeit müsse möglichst erhalten werden.

Artenschutz

Deshalb sollten Moorweiden nicht für eine Erneuerung des Grünlandes umbrochen werden. Mittelfristig schade das auch dem Grasertrag für die Milchviehbetriebe.

Ebenso sei der Artenschutz wichtig für einen hohen Heuertrag. Wer die Flächen umbreche, maximiere den Ertrag nur für kurze Zeit und keineswegs nachhaltig.

Um die Freisetzung von Treibhausgasen zu vermeiden, werde auch Sandabdeckung empfohlen, doch dagegen spreche der Naturschutz. Das sagte Hilmar Gerdes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Bei dauerhafter Vernässung sei landwirtschaftliche Nutzung nicht möglich, betonte er.

Der Experte der Landwirtschaftskammer forderte finanzielle Ausgleichszahlungen für Landwirte, falls stärkere Auflagen für Moorweiden verfügt werden. Es gehe um die Sicherung der Existenz vieler Betriebe. Moorweiden seien ganz wichtig für die Gewinnung von Grundfutter. Daher sei eine gemeinsame Initiative für Vertragsnaturschutz nötig.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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