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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

AIRBUS: Bedrückender als die Dolores-Krise

03.03.2007

EINSWARDEN Pfiffe und Buhrufe begleiteten Puttfarckens Rede. Großen Applaus gab es für Jutta Blankau.

Von Henning Bielefeld EINSWARDEN - Auch Menschen, die schon sehr lange bei Airbus arbeiten, können sich nicht daran erinnern, jemals eine Betriebsversammlung mit so großen Emotionen erlebt zu haben wie die gestern früh. 2300 Mitarbeiter, fast jeder Airbus-Beschäftigte, waren in der Halle 206 zusammengekommen, um zu hören, was der Airbus-Deutschland-Chef Gerhard Puttfarcken ihnen zu sagen hatte.

Es war nicht viel, wie alle Quellen aus dieser nicht öffentlichen Veranstaltung übereinstimmend berichten. Nach wie vor ist unklar, welche Auswirkungen das Sanierungsprogramm Power8 auf das Einswarder Werk haben wird. Wer wird der neue Partner? Welche Konsequenzen wird der Teilverkauf nach sich ziehen? Müssen Mitarbeiter gehen – und wenn ja, in welchen Bereichen? Und wie konnte ein so hochprofitables Unternehmen plötzlich zum Sanierungsfall werden? All diese Fragen blieben unbeantwortet.

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Stattdessen rief Puttfarcken die Mitarbeiter auf, die Veränderung „als Chance“ zu begreifen. Er habe die Zukunft rosarot gemalt, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Udo Nobel – vermutlich um das Werk für einen künftigen Partner so attraktiv wie möglich erscheinen zu lassen.

Enttäuschung wurde laut, Unverständnis und Wut. Zwischenrufe, Pfiffe und Buhrufe begleiteten die Äußerungen Puttfarckens. Doch von Mutlosigkeit war keine Spur, betont der Betriebsrat. „Die Beschäftigten sind bereit, gegen das Sanierungsprogramm vorzugehen“, sagt der Vorsitzende Michael Eilers. Allerdings sei es nicht sinnvoll, schon jetzt „die große Keule“ herauszuholen.

Udo Nobel ist zu der Überzeugung gelangt, dass das Management tatsächlich „keine Strategie“ habe und von heute auf morgen entscheide. „Deshalb ist es wichtig, dass wir an die Entscheider herankommen – den EADS-Board mit Tom Enders, Louis Gallois, Arnaud Lagadére und Manfred Bischoff“, sagt er. Nächstes wichtiges Datum sei die EADS-Bilanzpressekonferenz am 9. März, bei der sich zeigen werde, wie es wirklich um die Finanzen der Airbus-Muttergesellschaft steht. 2005 habe Airbus elf Prozent Umsatzrendite erwirtschaftet, bis September 2006 habe es noch mehrere Milliarden Liquiditätsreserven gegeben.

Auch die Informationspolitik des Konzerns sei eine Katastrophe. So erfuhren die beiden Betriebsräte von der Einstellung der Fertigung der A 380-Frachtversion gestern Morgen aus der Zeitung. „Das hat uns völlig überrascht“, sagt Nobel.

„Es ist jetzt bedrückender als während der Dolores-Krise“, zieht Michael Eilers einen Vergleich zu 1995/96. „Dem Dolores-Sparprogramm gingen drei Jahre Kurzarbeit voraus. Wir hatten zu wenig Aufträge, und die Probleme waren für jedermann sichtbar. Jetzt aber brummt der Laden.“

Und diese Entwicklung werde sich verstärken: Der A 380 müsse gebaut, der A 350 und wenig später der neue A 320 entwickelt werden. „Wir müssen in acht bis zehn Jahren schaffen, wozu wir früher 30 Jahre gebraucht haben“, sagt Eilers. Wenn Airbus 50 Prozent am Weltmarkt erreichen wolle, müsse es Jahr für Jahr 600 Flugzeuge ausliefern – jetzt seien es 430. Airbus und Boeing schätzen den weltweiten Bedarf an Verkehrsflugzeugen bis 2025 auf 22 000 Stück.

Wichtig sei die Unterstützung aus der Region und aus der Politik, sagt Udo Nobel: „Airbus hat einen sehr guten Ruf – als Arbeitgeber sowieso und auch als Produkt.“

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