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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Behindertenbeirat nennt neue Barriere „kaltblütig“

30.12.2014

Brake /Wesermarsch Viele gehbehinderte Menschen vor allem in Brake, aber auch in den anderen Städten und Gemeinden des Landkreises Wesermarsch nutzen einen sogenannten E-Scooter. Für sie alle werden die Busse im Bereich des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN), zu dem auch die Wesermarsch zählt, mit Beginn des neuen Jahres zur Tabu-Zone. Ab dem 1. Januar sind Elektromobile von der Beförderung in Bussen und Straßenbahnen im VBN-Gebiet ausgeschlossen. Der Kreisbehindertenbeirat Wesermarsch übt daran scharfe Kritik und erwägt nun rechtliche Schritte.

Hermann Priklenk, Sprecher des VBN mit Sitz in Bremen, bestätigt auf NWZ -Nachfrage, dass Elektromobile in den Bussen und Straßenbahnen in der Region mit Beginn des neuen Jahres nicht mehr befördert werden. Hintergrund sei „ein erhebliches Gefahrenpotenzial“ besonders bei plötzlichen Bremsvorgängen, das Elektromobile von sowohl für deren Besitzer als auch für andere Fahrgäste ausgehe, da sie nicht ausreichend gesichert werden könnten. Das habe ein vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben. Das Gutachten empfiehlt laut VBN, die Beförderung der E-Scooter in Bussen und Straßenbahnen auszuschließen.

Für die Betroffenen sei die ab dem 1. Januar geltende Regelung „sehr misslich“, räumt Hermann Priklenk ein. Der VBN sehe jedoch keine andere Möglichkeit. Der Ermessensspielraum, der noch vor Veröffentlichung des Gutachtens bestanden habe, bestehe jetzt nicht mehr. Allerdings suche der Verkehrsverbund nach einer Lösung. Es gebe Bestrebungen, ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben, das klären soll, ob und gegebenenfalls welche Elektromobile unter welchen Voraussetzungen und vor allem unter welchen Sicherungsmaßnahmen ohne Gefahr befördert werden können.

Der Kreisbehindertenbeirat der Wesermarsch spricht in einer Presseerklärung von „Kaltblütigkeit“, mit der mobilitätseingeschränkte Menschen vom Öffentlichen Personennahverkehr künftig ausgeschlossen würden. Der Beirat ist davon überzeugt, dass nicht Sicherheitsfragen, sondern wirtschaftliche Faktoren zu dem VDV-Gutachten geführt hätten. Denn die Elektromobile verfügten über Feststellbremsen und hätten zudem einen sehr hohen Neigungswinkel.

Betroffen von der neuen Regelung ist auch der „Wesersprinter“. Rainer Wispeler, Vorsitzender des Kreisbehindertenbeirates, ist selbst auf ein Elektromobil angewiesen. Der Braker fragt sich, wie er und andere Nutzer von E-Scootern künftig etwa nach Oldenburg gelangen sollen. Zwar werden die Elektromobile in Zügen weiterhin befördert. Das sei aber keine Alternative, weil eine Fahrt mit dem Zug einen zeitaufwendigen Umweg über Bremen erfordern würde. Und wer es nach einer solchen halben Weltreise endlich bis zum Oldenburger Hauptbahnhof geschafft hat, komme dort nicht weiter, weil eben auch in den Oldenburger Bussen keine Elektromobile mehr befördert werden.

Der Kreisbehindertenbeirat zieht nun in Erwägung, gegen die „sehr bedenkliche und diskriminierende Vorgehensweise“ des VBN mit einer gerichtlichen Verfügung vorzugehen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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