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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

GESCHICHTE: „Beim Anruf die Kurbel langsam herumdrehen“

07.01.2009

NORDENHAM Ob Festnetz oder mobil: Wer heute telefoniert, sollte eine Gedenkminute für Johann Philipp Reis einlegen. Denn der Geburtstag des Erfinders des Telefons jährt sich an diesem Mittwoch zum 175. Mal. 1860 machte der hessische Physiklehrer die Erfindung, die wie kaum eine andere die Zukunft prägte. 1897 kam das Telefon nach Nordenham.

Es war die Nordsee-Dampffischerei-Gesellschaft, die bei der Kaiserlichen Post den ersten Anschluss bestellte. Deshalb musste das Amt am 1. Juli 1897 die erste Fernsprechvermittlungsstelle einrichten – damals im Nordflügel des Bahnhofs. Den zweiten Anschluss orderte der Holz- und Baumaterialienhandel A. Hansing, der diese unerhörte technische Errungenschaft mit einem künstlerisch gestalteten Firmenschild würdigte.

Anschluss Nummer drei bekam der Arbeitsnachweis des Arbeitgebervereins Nordenham, der Vorgänger des Arbeitsamtes. Den vierten Apparat erhielt die Viktoria-Apotheke, den fünften der Kaufmann Wilhelm Müller, der als Stadtgründer gilt. Bis Ende 1897 zählte die Post in Nordenham neun Anschlüsse.

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Beliebt waren die technischen Apparate bei den Postlern nicht, sagt der Rüstringer Archivar Wolfgang Engelhardt: „Unter Post verstanden sie Briefe und Pakete.“ Wohl deshalb ist von den Anfängen des Postwesens weniger überliefert, als angesichts der Bedeutung des Telefons zu vermuten wäre.

Die erste Telefonleitung im Deutschen Reich war 1877 in Berlin gelegt worden. Generalpostmeister Heinrich von Stephan hatte das Telefon in London kennengelernt – als Erfindung des gebürtigen Schotten und späteren Amerikaners Alexander Graham Bell (1847 bis 1922). Bell hatte den Fernsprecher aber nur zur Marktreife weiterentwickelt. 1881 wurden in Berlin 94 Anschlüsse gezählt.

Auch in Nordenham setzte sich das Telefon nur langsam durch: 1904 wurden 31 Hauptanschlüsse und ein öffentlicher Fernsprecher gezählt, 1905 bekam das Abbehauser Kaufhaus J.H Büsing Sohn den Anschluss Nummer 53. Dieses Gerät, ein Wandapparat, hängt noch heute in dem Geschäft. Auch die Warnung an den Nutzer ist noch erhalten: „Beim Anruf die Kurbel langsam einmal herumdrehen. Mehrmaliges schnelles Drehen kann zu Beschädigungen der Beamten und zu Ersatzansprüchen gegen die Teilnehmer führen.“

Damals gab es also noch den Kurbelapparat mit Handvermittlung. Telefoniert werden konnte nur an Werktagen von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr. Erst 1930 stellte Nordenham auf Selbstwählbetrieb um. Damals gab es etwa 500 Hauptanschlüsse – wegen der Weltwirtschaftskrise mit sinkender Tendenz.

Ab den späten 50er Jahren schnellte die Zahl der Anschlüsse hoch, weshalb 1962 an der Ecke Bahnhofstraße/Lutherstraße ein Fernmeldeamt gebaut wurde. Doch auch das ist längst Geschichte.

Physiklehrer erfindet Fernsprecher

Johann Philipp Reis wurde am 7. Januar 1834 im hessischen Gelnhausen als Sohn eines Bäckers geboren. Er wirkte als Lehrer, vor allem für Physik, am Institut Garnier in Friedrichsdorf (ebenfalls Hessen). Dort entwickelte er 1860 das erste funktionsfähige Gerät zur Übertragung von Tönen mittels elektromagnetischer Wellen. Doch die Experten setzten auf die bereits etablierte Telegraphie. Reis starb am 14. Januar 1874 an Tuberkulose. Zwei Jahre später meldete Alexander Graham Bell das Patent für sein Telefon an.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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