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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Der kommt hier nicht rein!

02.05.2018

Berne 10.000 Volt in sechs dicken Zaundrähten: So viel braucht es, um einen Wolf wirkungsvoll fernzuhalten. Und seit das Wildtier sich in Norddeutschland verbreitet, rüsten die Viehhalter auf.

Hilfe finden sie dabei bei Stefan Ostermann und Malte Raus. Die zwei Jungunternehmer aus Berne haben sich seit August vergangenen Jahres auf den Bau von Wolfzäunen spezialisiert. Die Auftragsbücher ihrer Firma efence sind voll. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt Malte Raus. Sieben Anträge für einen Wolfsschutzzaun würden momentan aus der Wesermarsch vorliegen, insgesamt seien es noch mehr.

71 Anträge in Hannover

Für die Planung und den Bau der Zäune fahren die beiden Berner bis nach Braunschweig, Lüneburg oder Verden. Auch im Landkreis Cloppenburg und im Landkreis Cuxhaven wurden schon Wolfsschutzzäune gebaut. Nicht nur für Schafe – auch Rinder und Pferde werden geschützt.

Der Wolf in Niedersachsen

Seit dem Jahr 2008 leben in Niedersachsen wieder Wölfe. Beim Land Niedersachsen ist seit 2015 das Wolfsbüro beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für die Wildtiere zuständig.

Durch die FFH-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz ist Niedersachsen verpflichtet, dem Wolf Schutz zu gewähren und sein Überleben dauerhaft zu sichern. Bereits seit 2007 beschäftigt sich der NLWKN intensiv mit dem Wolf. Damals wanderten die ersten Wölfe aus Ostdeutschland und Westpolen nach Niedersachsen ein. Es folgten die ersten Rudelbildungen sowie der erste Wolfsnachwuchs.

Im Wolfsbüro werden Meldungen über Nutztierrisse einschließlich der Ausgleichszahlungen sowie Anträge auf Präventionsmaßnahmen bearbeitet.

Beim Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sind in diesem Jahr bereits 71 Anträge für Präventionsmaßnahmen gestellt worden, teilte Pressesprecher Achim Stolz mit. Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild bekommen 80 Prozent der Materialkosten gefördert. Tierhalter können bis zu 30.000 Euro pro Jahr und Betrieb für Präventionsmaßnahmen beantragen. Künftig sollen auch Hobby-Tierhalter berücksichtigt werden, so Stolz.

Für den Antrag an das NLWKN muss der Entwurf eines wolfsabweisenden Zaunes bereits vorliegen. „Wir planen also die Zäune für den Antrag in Hannover und bauen sie anschließend auf“, erklärt Stefan Ostermann.

Gehöriger Stromschlag

Um einen Wolf von einer Viehherde abzuschrecken, wird ein Elektrozaun als einzige realistische Möglichkeit angesehen. Wie so ein Zaun aussehen muss, ist genau vorgeschrieben. Für einen effektiven Schutz wird eine Höhe von 1,20 bis 1,50 Meter empfohlen. Ostermann und Raus bauen mit sechs Drähten, fünf sind vorgeschrieben. Wichtig ist, dass der unterste Draht an keiner Stelle über 20 Zentimeter über dem Erdboden angebracht wird. Damit soll verhindert werden, dass sich ein Wolf unter dem Zaun hindurch gräbt. Durch die Drähte werden die 10 000 Volt Spannung geleitet. Eigentlich eine tödliche Dosis – ausgegeben wird aber nur ein millisekunden-kurzer Impuls. So bekommt der Wolf einen ziemlich starken, aber kurzen Stromschlag. „Der  Elektrodraht sollte auch angeschaltet bleiben, wenn keine Tiere auf der Weide sind“, erklärt Stefan Ostermann. Nur so erreiche man den Erziehungseffekt, den Wolf dauerhaft von den Weiden fernzuhalten. Unter Spannung gesetzt wird der Zaun entweder mit einer 12- Volt-Autobatterie oder einer gleich mitgelieferten Solaranlage. „Die Batterie müsste sonst das ganze Jahr über alle paar Tage gewechselt werden“, so Malte Raus. Möglich sind auch wolfabweisende Zäune ohne Spannung – sie müssen dann aber tief genug im Boden versenkt werden, um ein Durchgraben zu verhindern.

Was die Jungunternehmer von der Verbreitung des Wolfes halten, sagen sie nicht. „Jeder hat zum Wolf eine andere Meinung“, sagt Raus diplomatisch. Die Viehhalter erlebe er im Großen und Ganzen nicht als panisch. „Jetzt, wo der Wolf sich ausbreitet, haben sie eine Obhutspflicht für ihre Tiere. Entweder muss man sie dann nachts hereinholen oder eben eine wolfsabweisende Maßnahmen ergreifen“, sagt Ostermann.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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