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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neubau weiter nicht in Sicht

30.08.2018

Berne Seit rund zwei Jahren ist die Brücke in Dreisielen über die Untere Ollen nicht mehr von Autos zu befahren – und wird es künftig auch nicht mehr sein. Korrosionsschäden an Widerlagern und Zwischenträgern, zu dünne Laschenverbindungen an den Längstträgern hat Dr. Günter Tranel bei einer Begutachtung gefunden. Zwar seien die beiden Hauptträger noch relativ gut, so der Geschäftsführer der Ingenieurgemeinschaft Eriksen (Oldenburg), die gesamte Unterkonstruktion, die für die Stabilität sorge, sei aber abgängig. „Außer Rost ist da nicht mehr viel“, lautet sein ernüchterndes Fazit. „Eine Sanierung kommt nicht infrage.“ Lediglich für Fußgänger sei die Brücke derzeit noch zu nutzen – aber auch nur, weil deren Zahl sich in Grenzen halte. Selbst von einer Nutzung der alten Fundamente riet der Experte angesichts deren Alters und damit relativ kurzen Restlebensdauer ab.

Damit sind Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung da, wo sie beim Thema Brücke Dreisielen schon oft waren: ganz am Anfang. Die Kosten für einen möglichen Neubau explodierten in den zurückliegenden Monaten förmlich. Lagen zunächst zwei Varianten für 480 000 und knapp 500 000 Euro auf dem Tisch, stiegen die Kosten auf mindestens 750 000 Euro. Rückstände eines alten Brückenbauwerks – eine Betonbrücke, die 1945 gesprengt worden ist – bilden noch unkalkulierbare Hindernisse. Ein Neubau ohne Mittelunterstützung würde gar 1,2 bis 1,3 Millionen Euro kosten.

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Karl-Ernst Thümler (CDU) brachte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung deshalb eine alte Idee wieder auf den Tisch: die sogenannte „Tiesler-Brücke“. Die wurde beim Bau der B 212 neu in Bettingbühren von Baufahrzeugen genutzt. Mit einigen Änderungen könnte diese vielleicht eine vergleichsweise günstige Lösung sein – wenn es sie überhaupt noch gibt. Das soll die Gemeindeverwaltung jetzt prüfen. „Vor zwei Jahren hätten wir die Brücke haben können, das wurde aber nur lieblos geprüft“, so Thümler. „Vielleicht würden wir die Brücke dann für eine halbe Million Euro hinkriegen.“

Mit einem Vorschlag von Lars Steenken (SPD) konnte sich Thümler überhaupt nicht anfreunden: einen Online-Bürgerentscheid. „Wir sollten die Berner Bürger fragen, was sie wollen und entsprechend handeln.“

Für Anwohner Jürgen Baustert („Sie teilen einen Ort“) und Susanne Osterloh, Eigentümerin des Gasthauses „Stedinger Landhaus“ direkt an der Brücke, ist das gar keine Frage: Eine lastbeschränkte Brücke (6 Tonnen), über die Pkw, aber auch Rettungswagen fahren können. Aber auch mit einer Brücke mit nur drei Tonnen Tragkraft könne man leben. „Alles andere ist an uns Anliegern vorbeigeplant.“ Ihr Pächter leide sehr unter der nicht vorhandenen Brücke, meinte Osterloh: „Auch die Gemeinde sollte Interesse daran haben, dass das Gasthaus weiter betrieben wird.“

Wenig Hoffnung auf Fördermittel machte Michael Heibült von der Gemeindeverwaltung. Die erhielt von der Politik nun drei Aufträge: ein Angebot für den Einsatz von Tauchern zur Feststellung der genauen Hindernisse im Untergrund einzuholen, die Verfügbarkeit der „Tiesler-Brücke“ zu prüfen und mit dem zuständigen Entwässerungsverband Gespräche zu führen, ob bei Reduzierung der Ollenbreite ein Sielbauwerk mit Brückenfunktion eine wirtschaftlich attraktive Möglichkeit wäre.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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