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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gibt es hier Bomben im Wasser?

07.02.2019

Berne „Kampfmittelfreiheitsbescheinigung“: Das ist das Reizwort, wenn es um die arg sanierungsbedürftige Brücke über die Ollen in Dreisielen geht. Denn diese Bescheinigung ist nötig für einen Neubau und scheint ohne eine komplette – und unüberschaubar teure – Räumung des Untergrundes der Brücke nicht zu kriegen zu sein.

Doch wo liegt das Problem? Die Auswertung von Luftbildaufnahmen hätte leider nicht für grünes Licht in Sachen Kampfmittelfreiheit gereicht. Zwar habe es auch keine Hinweise auf mögliche Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund gegeben, aber es konnte eben auch keine Entwarnung gegeben werden, so Michael Heibült von der Gemeindeverwaltung Berne.

Er erklärt, dass auch Taucher, die zwischenzeitlich den Untergrund unter der maroden Brücke untersucht hätten, keine entscheidenden Erkenntnisse dazu liefern konnten: „Die Taucher haben eisenhaltige Materialien geborgen. Da unten gibt es ansonsten noch eine Betonplatte und Bruchstücke aus Beton, alles ist eisenbewehrt und zeigt deshalb magnetische Resonanzen. Eine Untersuchung auf Metalle liefert deshalb kein zufriedenstellendes Ergebnis.“ Und das heißt: keine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung – verbunden mit dem Muss, den Untergrund vollständig zu räumen, um anschließend bauen zu können.

Theoretisch könnten sich in der Ollen nicht detonierte Bomben aus Luftangriffen oder Waffen, die von Soldaten entsorgt worden sind, befinden. Auch von der Sprengung der alten Brücke im Jahr 1945 könnten sich noch Sprengsätze im Untergrund befinden, die damals nicht hochgegangen sind.

Waffen haben die Taucher bei ihren Erkundungen übrigens nicht gefunden, so Heibült. Auch keine Fahrräder, wie sonst so oft in Gewässern. „Aber dafür ein Weidetor, Draht und Leitungsummantelungen.“

Für eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung reicht das nicht. Man weiß eben immer noch nicht so recht, was sich alles in der Ollen befindet: Fundamentreste der alten Brücke und eventuell sogar noch Überbleibsel eines alten Sielbauwerkes könnten es jedenfalls sein. Dementsprechend sind die Kosten für die Räumung im Vorfeld nicht kalkulierbar. Heibült: „Wir werden die Räumung nach Tagessatz zahlen müssen und alles eventuell noch von Tauchern begleiten lassen müssen.“

644 000 Euro stellt die Gemeinde Berne aktuell in den Haushalt ein, um die Brücke in Dreisielen neu zu bauen – 344 000 Euro stammen aus den Vorjahren, 300 000 Euro werden im aktuellen Haushalt draufgelegt. Ob das Geld ausreicht, wird sich erst bei der Räumung zeigen.

Am wahrscheinlichsten ist der Neubau einer Brücke, die eine Lastbeschränkung von sechs Tonnen hat und 2,50 Meter breit wird. Kosten in Höhe von 345 000 Euro wurden für so einen Bau laut Heibült in der Vergangenheit kalkuliert. Die Widerlager der alten Brücke könnten erneut Verwendung finden, die neue Brücke hätte zudem einen Mittelträger. Ende vergangener Woche war die Brücke nochmals Thema in den Fraktionen.

Der Beginn der Bauarbeiten wird für die zweite Jahreshälfte 2019 angestrebt, so Heibült.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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