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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Ortsbild in Ganspe ändert sich

30.05.2018

Berne Bezahlbarer Wohnraum wird nicht nur in den Ballungsräumen immer knapper. Auch in Ganspe hat man entdeckt, dass sich mit Immobilien wesentlich mehr Geld verdienen lässt, wenn sie, anstatt an Familien, zimmerweise an Monteure vermietet werden. Und die Nachfrage nach derartigem Wohnraum ist angesichts der vielen Industriebetriebe entlang der Weser offenbar groß.

„Steht ein Haus zum Verkauf, wird es oftmals von Auswärtigen erworben. Das Dorf verändert sich. Denn diese häufig wechselnden Bewohner sind nur zum Arbeiten hier und haben keinerlei Interesse, sich anzupassen“, kritisiert Rita Wenz. Die Nachbarschaft verändere ihr Gesicht.

Störend sei das besonders im Sommer, wenn vor den Häusern in Unterwäsche lautstark und mit viel Alkohol der Feierabend genossen wird, so die Erfahrung der Gansperin, die genau wie ihre Nachbarn Thomas Kroll, Monika Himpel und Schwiegertochter Christiane Wenz der Meinung ist, dass eine derartige Nutzung von als Ein- oder Zweifamilienhäusern errichteten Gebäuden eigentlich als gewerblich angesehen werden müsse. Und für eine Nutzungsänderung in einem Wohngebiet müsste doch auch die Bevölkerung befragt werden, so ihre Meinung. Schließlich handle es sich in der Gansper Siedlung doch um ein reines Wohngebiet mit einer begrenzten Zahl von Parkplätzen.

Landkreis will prüfen

Rita Wenz weiß gleich mehrere Adressen – sie sind der Redaktion bekannt – an denen wohl Zimmer einzeln vermietet werden. Eine solche Vermietung muss beim Landkreis angemeldet werden. Das bestätigt Matthias Sturm, Pressesprecher der Behörde. Nach der niedersächsischen Bauordnung (NBauO) ist für die Umwandlung von Wohnraum in Zimmervermietung eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung erforderlich. Die über einen Entwurfsverfasser (z.B. Architekt) eingereichten Bauvorlagen werden von der Bauaufsichtsbehörde überprüft.

Ist das bei den Immobilien in Ganspe geschehen? Prüfen kann der Landkreis nur, wenn die Nutzung als Pension auch angemeldet ist. „Die Verwaltung ist in Fällen, in denen die Eigentümer oder Vermieter der Liegenschaft die Nutzungsänderung nicht anzeigen, auf Hinweise angewiesen und geht diesen dann auch umgehend nach. So auch bei den aktuell benannten Fällen“, teilte Matthias Sturm weiter mit.

Die Vorschriften für die Vermietung von Zimmern, zum Beispiel an Monteure, haben einen Grund: Im Jahr 2013 starben in Papenburg zwei Leiharbeiter der Meyer-Werft bei einem Feuer in einer Massenunterkunft. Das Land Niedersachsen hat noch im selben Jahr Handlungsempfehlungen für die Behörden herausgegeben, die verbindlich regeln, wie die Unterkünfte eingerichtet sein müssen.

Vor allem beim Brandschutz gibt es zur Rettung von Menschenleben verschiedene bauliche Vorkehrungen, angefangen von den verwendeten Materialien, vom Bau einer Außentreppe bis hin zur Brandmeldeanlage. Sie richten sich nach der Art der Unterkunft oder der Anzahl der Bewohner.

Problem für Retter

Wenn bei einem Brandfall plötzlich deutlich mehr Bewohner als angegeben zu retten sind, ist das für Opfer und Feuerwehrleute gleichermaßen eine Katastrophe, weiß Bürgermeister Hartmut Schierenstedt als langjähriges Mitglied der Berner Feuerwehr ganz genau. Er weiß um die Probleme in Ganpse, jedoch würden nicht alle Vermietungen der Gemeinde angezeigt. Und zuständig sei dann wieder der Landkreis.

Für die Bewohner der Nachbarschaft in Ganspe ein unbefriedigender Zustand. „Unser Viertel verändert sich. Wir sind besorgt“, sagt Rita Wenz.

Friederike Liebscher
Berne/Lemwerder
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2321

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