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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Tierwohl steht im Vordergrund

22.09.2018

Berne /Jade „Die Vielfalt der Geflügelrassen und der Arten beim Ziergeflügel sind wirklich beachtlich“, resümierte die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag nach ihrem Rundgang über einen Ziergeflügelhof in Jade.

Der Hobby- und Erhaltungszüchter Mario Borchers gab dabei Einblick in seine weitläufigen Zuchtanlagen und erklärte der Tierschutzpolitikerin sein Hobby. Er betonte dabei besonders, dass der ständige und fürsorgliche Umgang mit den Tieren einen entspannten Ausgleich zum oft stressigen Alltag für die ganze Familie biete.

„Uns geht es ausschließlich um Erhaltungszuchten und um das Tierwohl und nicht um wirtschaftliche Interessen“, ergänzte Lars Steenken aus Berne, der zum Gespräch eingeladen hatte. Steenken ist Vorsitzender des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems und betreut ehrenamtlich etwa 5000 organisierte Geflügelzüchter aus 80 Vereinen.

Wie auf dem Ziergeflügelhof in Jade werden die Tiere meist mehrere Jahre alt und sind durch die bedarfsgerechten Ausläufe und Stallungen, die den Tieren zum Übernachten und als Schutz vor Fressfeinden dienen, weniger empfindlich und kaum anfällig vor Krankheiten.

Die Hobbyhalter haben viele Zuchttiere, zumeist alte Rassen, die andere Bedürfnisse haben als die der Wirtschaftsgeflügelhalter, die ihre Tiere vor der Geschlechtsreife schlachten.

Die Vogelgrippe habe aus Sicht des Verbandes den Rassegeflügelzüchtern sehr große Probleme bereitet, wie die Vergangenheit gezeigt habe. „Auch während einer Seuchenphase kann man nicht einfach Tier- und Artenschutz außer Kraft setzen“, merkte Lars Steenken kritisch an. Stallpflichten über lange Zeiträume mit einer damit verbundenen hohen Haltungsdichte und im schlimmsten Fall behördlich angeordneter Keulungen ganzer Tierbestände alter und vom Aussterben bedrohter Rassen und Arten seien aus seiner Sicht kontraproduktiv.

Erschwerend komme für ihn hinzu, „dass das geltende Baurecht häufig Möglichkeiten der Erhaltungszuchten verhindert.“ Der Verband erhoffe sich auch in diesem Bereich unkomplizierte und unbürokratische Maßnahmen für den Bau von Stallungen und Volierenanlagen.

Susanne Mittag machte auf die anstehende Novellierung der Geflügelpest-Verordnung aufmerksam und der angestrebten Übernetzung der Ausläufe als Alternative zur Stallpflicht.

Fraglich sei die festzuschreibende Maschenweite, die einen direkten Kontakt zu Wildvögeln verhindern solle. Der Verband halte eine von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlene Maschenweite von 2,5 Zentimeter für nicht praxistauglich, da es bei Schnee und Eis zu einem Zusammenbruch der Überspannung führen würde.

Ein weiterer Gesprächspunkt war die Impfung gegen die Newcastle Krankheit, wozu jeder Besitzer von Hühnern und Truthühnern verpflichtet ist. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut habe dazu eine Stellungnahme zur Impfung von Hobbygeflügel abgegeben, was aus Sicht des Verbandes der Rassegeflügelzüchter tatsächlich in der Praxis kaum umzusetzen sei. „Seit Generationen wird durch Sachkundige in den Vereinen geimpft“, machte Lars Steenken deutlich.

Es sei die einzige praktikable und bezahlbare Durchführung für Kleinstbestände, damit tatsächlich ein flächendeckender Impfschutz erreicht wird. „Es muss unbedingt eine Änderung der Tierimpfstoffverordnung vorgenommen werden“, gab er der Bundestagsabgeordneten mit auf dem Weg.

Einig war man sich darüber, dass zur Vermeidung eines Eintrags der Geflügelpest in Bestände die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen besonders wichtig ist.

Mit dem Bewusstsein, dass hier ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet wird, werde sie die vielen neuen Einblicke für weitere Gespräche mit nach Berlin nehmen, versprach Susanne Mittag.

Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
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