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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bis Ende des Jahres ausgelastet

01.03.2017

Elsfleth Schon von Weitem sind die fehgrauen Aufbauten des Mehrzweckbootes mit der Bezeichnung Y 864 zu sehen, das auf der Elsflether Werft liegt. Die Mittelgrund der Deutschen Marine ist auf dem Trockenen. Und das rund 40 Meter lange Schiff befindet sich an dem Ort, an dem es im April 1989 vom Stapel gelaufen ist. Die Mittelgrund wird durchgecheckt, es handelt sich um die Klassenliegezeit, wie es Werftchef Klaus Wiechmann ausdrückt.

Die Einheiten der Deutschen Marine tragen den Farbton Fehgrau für alle Aufbauten und Rumpfseitenwände sowie den Farbton Basaltgrau für alle Decks. Doch nun auf dem Trockendock liegend, ist auch das Schwarz des Unterwasserschiffs deutlich zu erkennen. Davon heben sich die Experten mit ihren weißen Schutzhelmen und den grellen, reflektierenden Sicherheitsjacken ab, die das Ruder und die Schraube der Mittelgrund inspizieren. Diese Gelegenheit bietet sich ihnen nicht oft. Und doch: „Das Schiff ist auf der Elsflether Werft gebaut worden. Wir kennen es in- und auswendig“, sagt Klaus Wiechmann.

Die Mittelgrund gehört zur Stollergrund-Klasse, die aus fünf Mehrzweckbooten besteht. Die 38,92 Meter langen und 9,20 Meter breiten Boote mit einem Tiefgang von maximal 4,5 Metern waren 1987 als Ersatz für ältere Erprobungs- und Unterstützungsfahrzeuge bei der Fr. Lürssen Werft (Generalunternehmer) für die Wehrtechnische Dienststelle in Eckernförde sowie für den Marinearsenalbetrieb in Wilhelmshaven in Auftrag gegeben worden. Zur Ausrüstung gehört ein Kran, mit dem auch zwei Container für Material an Bord gehievt werden können. Unterkünfte für sieben zivile Besatzungsmitglieder und sechs weitere Personen sind an Bord vorhanden.

Drei Einheiten sind noch für die Wehrtechnische Dienstelle im Einsatz. Dazu zählt neben Mittelgrund und dem Typschiff Stollergrund (Y 863), das 1988 auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf vom Stapel lief, auch die Breitgrund (Y 866), die ebenfalls auf der Elsflether Werft gebaut wurde und im September 1989 ins Wasser eintauchte. Die beiden anderen Einheiten der Stollergrund-Klasse fahren mittlerweile für die israelische Marine.

Auf der Werft herrscht zurzeit Hochbetrieb. Neben der Mittelgrund liegt die 81,44 Meter lange und 11,46 Meter Breite Lily-B der Elsflether Küstenschiffreederei JEB Bereederung. Das Schiff war 1994 als Kento in Bodenwerder vom Stapel gelaufen. Der Ein-Luken-Frachter hat einen Tiefgang von 4,23 Metern und bekommt laut Klaus Wiechmann ebenfalls seine Klasse. Und die 120 Werftmitarbeiter können sich auf weitere Schiffe freuen: „Wir sind bis Ende des Jahres ausgelastet“, betont der Werftchef. Zwei Schiffe der Deutschen Marine werden in Kürze erwartet. So wird im März der Hafenschlepper Langeness kommen, für April ist der Tender Werra angekündigt worden.

Wie es mit dem Segelschulschiff Gorch Fock weitergeht, das im Dock bei der Bredo-Werft in Bremerhaven liegt, dazu wollte sich Klaus Wiechmann nicht äußern, da Stillschweigen vereinbart worden sei. Die neuen Masten sowie die Rahen für den Windjammer jedenfalls werden in der Schweiz vorgefertigt.