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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Große Lösung wieder auf der Kippe

29.01.2019

Blexen An dem sanierungsbedürftigen Gründerzeitgebäude scheiden sich die Geister. Während die einen das grüne Haus als ein historisches Schmuckstück betrachten und es nicht missen wollen, möchten die anderen lieber heute als morgen die Abrissbagger anrollen lassen. Aber eins steht fest: Das rund 100 Jahre alte Haus an der Kirchenstraße 8 spielt eine entscheidende Rolle bei der geplanten Neugestaltung der Blexer Dorfmitte.

Die Stadt Nordenham hat ein Konzept ausgearbeitet, das den Erwerb und Abriss der Immobilie vorsieht, um genug freie Fläche für den neuen Dorfplatz zu schaffen. Doch dieses mühsam auf den Weg gebrachte Vorhaben steht jetzt wieder auf der Kippe. Ein auswärtiger Investor ist schneller als die Stadt Nordenham gewesen und hat das Gebäude gekauft, um es als Wohnhaus zu nutzen. Und zwar für den eigenen Bedarf. Das hat der für die bisherigen Eigentümer tätige Makler Jörn Wettermann am Montag auf Nachfrage der NWZ bestätigt.

Verkauf ist beurkundet

„Der Verkauf ist bereits beurkundet“, sagt Jörn Wettermann. Er macht keine näheren Angaben zum Käufer, weil der um Vertraulichkeit geben hat.

Dorferneuerung

1,9 Millionen Euro will die Stadt Nordenham mit Hilfe der Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen in die Neugestaltung der Blexer Dorfmitte investieren. Dafür erhofft sich die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 1,14 Millionen Euro.

Mit dem Förderantrag war die Stadt Nordenham im vergangenen Jahr knapp gescheitert und musste anderen Kommunen den Vorrang lassen. Für 30 Projekte gab es Fördergelder; das Blexer Vorhaben kam in dem Ranking auf Platz 31. Die zuständige Förderstelle ist beim Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg angesiedelt.

In diesem Frühjahr entscheidet die Förderstelle erneut über die Vergabe von Zuwendungen aus dem Dorferneuerungsprogramm. Dafür hat die Stadt Nordenham fristgerecht einen neuen Antrag eingereicht.

Ziel ist eine Aufwertung des Dorfkerns. Zu den geplanten Maßnahmen gehört eine Neugestaltung des Platzes zwischen der Fährstraße und der Deichstraße. Um dieses Areal sinnvoll nutzen zu können und eine zusätzliche Fläche für Parkplätze zu erhalten, will die Stadt Nordenham das Haus Kirchenstraße 8 kaufen und abreißen. Weiter ist beabsichtigt, neue Bürgersteige anzulegen und den Kirchvorplatz umzugestalten.

Nach Auskunft des Maklers haben sich die in der Türkei lebenden Eigentümer jetzt zu der Veräußerung entschlossen, weil ihnen nach langer Käufersuche endlich ein konkretes Angebot vorgelegen habe. Die Möglichkeit, dass die Stadt Nordenham das Haus erwirbt, sei ihnen zu unsicher gewesen, zumal die Bewilligung der dafür erforderlichen Fördergelder aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen fraglich sei.

Für Bürgermeister Carsten Seyfarth kommt der Verkauf des Hauses Kirchenstraße 8 „sehr überraschend“. Die Stadt Nordenham befinde sich nun in einer neuen Ausgangslage und müsse Schlussfolgerungen für die weitere Vorgehensweise ziehen. Denn es stehe außer Zweifel, dass sich die große Lösung bei der Neugestaltung der Blexer Dorfmitte nicht verwirklichen lasse, falls das Eckhaus erhalten bleiben sollte. „Dann wäre ein Plan B erforderlich“, sagt der Bürgermeister. Mit anderen Worten: Es müsste eine abgespeckte Variante für die neue Dorfmitte her.

Allerdings hat die Stadt Nordenham noch ein As im Ärmel. Wie bei allen Immobilienveräußerungen in ihrem Hoheitsgebiet hat die Stadt laut Gesetz ein Vorkaufsrecht. Unter der Voraussetzung, dass sich das öffentliche Interesse hinreichend belegen lässt, kann die Stadt Nordenham dazwischen grätschen und selbst das Gebäude zu dem ausgehandelten Preis erwerben. „Ob wir unser Vorkaufsrecht in diesem Fall in Anspruch nehmen können, prüfen wir zurzeit“, sagt Carsten Seyfarth.

Zudem will sich die Stadt Nordenham mit der für das Dorferneuerungsprogramm zuständigen Förderstelle darüber abstimmen, welche Schritte in Betracht kommen. Denn Bürgermeister Carsten Seyfarth möchte unbedingt vermeiden, dass die Stadt einen Fehler begeht, der am Ende zum Verlust der erhofften Zuschüsse führen könnte. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Stadt über ihr Vorkaufsrecht das Haus Kirchenstraße 8 erwirbt, ohne sich vorher grünes Licht von der Förderstelle zu holen.

Unter Zeitdruck

Ein zusätzliches Problem ist, dass die Stadt unter Zeitdruck steht. Die Frist für das Vorkaufsrecht beträgt lediglich zwei Monate. Da kann es knapp werden, wenn die Entscheidung über den Förderantrag zu einem nicht näher bestimmten Termin in diesem Frühjahr erfolgen soll. Daher ruhen die Hoffnungen des Bürgermeisters auf einer Vorabzusage für die Zuschüsse. Im Fachjargon heißt so etwas „Ausnahme vom Verbot des vorzeitigen Vorhabenbeginns“. Darüber soll jetzt mit der Förderstelle verhandelt werden.

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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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