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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Diese 350 Arbeitsplätze sind in Blexen sicher

04.09.2019

Blexen „Sichere Arbeitsplätze für mehrere hundert Menschen in einer damit wahrlich nicht gesegneten Gegend“ und auch „ein produktives Zusammenwirken von Mitarbeitern so unterschiedlicher Mentalität wie der der Butjadinger und der Rheinländer“ – das bedeuteten 25 Jahre Kronos in Nordenham – anfangs Titangesellschaft mbH, später Kronos Titan GmbH. Das schrieb die Geschäftsführung vor 25 Jahren in einer Sonderausgabe der Unternehmenszeitschrift „Kronos intern“.

Wie profitiert Nordenham von diesem Werk ?

Wie steht es heute, 50 Jahre nach der Eröffnung, um den nach Leverkusen zweiten Standort von Kronos Titan in Deutschland? Anders gefragt: Was hat die stark von Industrie geprägte Kleinstadt Nordenham von diesem Chemieunternehmen im Stadtteil Blexen?

Die Antworten von Peter Aengeneyndt (62), seit 1996 Werkleiter in Blexen, und Personalleiter Jan-Peter Leffers (53), seit fünf Jahren Personalleiter, lassen sich so zusammenfassen:

350 sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze in der chemischen Industrie, darunter 20 Ausbildungsplätze. Hinzu kommen viele Aufträge an Firmen in der Region. Denn Kronos Titan investiert jährlich etwa 20 Millionen Euro in Erneuerungen und Reparaturen. Gerne werden diese Aufträge – soweit möglich – an Unternehmen in der Stadt vergeben. Im Endeffekt ergeben sich daraus auch Steuereinnahmen für die Stadt.

Mit der Auslieferung der Produkte in ganz Europa hat Kronos Titan die Nordenhamer Logistikunternehmen Albers und Stührenberg beauftragt.

Die Erträge von Kronos Titan schwanken wie bei vielen anderen Konzernen auch. Kronos nennt – wie andere Industriebetriebe in Nordenham – keine Zahlen, bestätigt aber, dass die Gewerbesteuer-Zahlungen an die Stadt nicht unbeträchtlich sind.

Der Werkleiter und der Personalleiter fügen im Gespräch mit der NWZ ein wenig schmunzelnd noch einen Aspekt hinzu: Das Werk im Blexer Groden in unmittelbarer Nähe zur Wesermündung und zur Nordsee ist auch eine deutliche Landmarke. Die Dampffahne aus dem riesigen Schornstein lässt Wassersportler von weitem die Windrichtung erkennen.

Wie ist es den Rheinländern ergangen ?

Übrigens: Zum Betriebsstart sind etwa 50 damals im Werk Leverkusen tätige Mitarbeiter nach Nordenham versetzt worden. Am Leben an der Unterweser haben sie offenbar nachhaltig Gefallen gefunden. Nur einer verließ nach wenigen Monaten die Firma, um in den Kölner Raum zurückzukehren. Bemühungen, in späteren Jahren Blexer Mitarbeiter nach Leverkusen zurückzuholen, schlugen meistens fehl.

In der Jubiläumszeitschrift schreibt die Geschäftsleitung vor 25 Jahren: „Fiel damals einigen Rheinländern der Umzug in den Norden schwer, so machte doch niemand – selbst später als Pensionär nicht – den Ausspruch wahr: ’Ich mööch zo Foß noh Kölle jon’ (’Ich möchte zu Fuß nach Köln gehen’).“

Heute, 50 Jahre nach Werkseröffnung, stellen Werkleiter Peter Aengeneyndt und Personalchef Jan-Peter Leffers ebenfalls eine große Treue der Mitarbeiter fest. Etwa 60 Prozent der 350 Beschäftigten sind schon seit 25 und mehr Jahren dabei.

Wie reagiert Kronos Titan auf den bundesweit problematischen Fachkräftemangel? Noch kommt das Werk gut klar. Aber der Altersdurchschnitt der 350 Mitarbeiter in Blexen liegt bei etwa 50 Jahren. Daher wird überlegt, die Zahl der Ausbildungsplätze künftig zu erhöhen.

Wie konkurrenzfähigist das Werk heute ?

Wie gut ist das Chemiewerk 50 Jahre nach der Eröffnung aufgestellt und auf dem europäischen und weltweiten Markt platziert? „Wir fahren unsere Produktion seit einigen Jahren ausgelastet. Das zeigt, dass wir am Markt benötigt werden und konkurrenzfähig sind. Ein Drittel geht in den außereuropäischen Export“, sagt Werkleiter Peter Aengeneyndt.

 Kronos Titan produziert in Blexen aus einem schwarzen Erz (Ilmenit), das auf dem Seeweg aus einer Mine in Norwegen angeliefert wird, Titandioxid als Pulver. Dieses Weißpigment wird Farben und Lacken beigemischt, die vor allem in der Auto- und in der Bauindustrie eingesetzt werden – aber zum Beispiel auch in der Kunststoff- und Pharmaindustrie.

  Mit der Werkserweiterung im Jahr 1974 ist die maximale Produktionsmenge von 40 000 auf 60 000 Tonnen erhöht worden.

 Zweites Produkt ist Eisensulfat. Als Grünsalz wird es zur Reinigung von Abwasser in Kläranlagen eingesetzt sowie verwendet in der Futtermittelindustrie, zur Bodenverbesserung und zur Vermeidung von Hautkrankheiten in der Zementindustrie. Kronos produziert jährlich etwa 350 000 Tonnen Eisensalze.

Wie sind die weiteren
Perspektiven
?

Hinsichtlich der Perspektiven des Werkes Blexen für die nächsten Jahre ist Kronos zuversichtlich. Werkleiter Peter Aengeneyndt: „Wir setzen weiter auf unsere guten und wettbewerbsfähigen Produkte. Dem starken Druck des chinesischen Marktes müssen wir uns stellen mit qualitätsverbessernden, ressourcenschonenden und wirtschaftlich effizienten Maßnahmen, zumal Energiekosten einen großen Teil der Produktionskosten ausmachen.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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