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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neue Hoffnung für Blexer Baugebiet

03.11.2018

Blexen Nicht nur der Dorfsprecher wäre begeistert: „Ein neues Baugebiet würde Blexen sehr gut tun“, sagt Rolf Bultmann. Der Sprecher der Dorfgemeinschaft weiß, dass er mit dieser Einschätzung vielen Bürgern im Stadtnorden aus der Seele spricht. Daher begrüßt Rolf Bultmann ausdrücklich die Idee, die seit vielen Jahren ruhende Bauleitplanung für eine etwa fünf Hektar große Fläche nördlich der Deichstraße wieder aufleben zu lassen. Die CDU-Stadtratsmitglieder Annegret Conrady, Ernst Böning und Horst Wreden haben einen entsprechenden Antrag eingereicht und dafür im Bauausschuss große Zustimmung geerntet. Sollte sich das Vorhaben umsetzen lassen, könnten in dem Gebiet um die 50 Bauplätze entstehen.

Nah am Groden

Der Ausschuss hat der Stadtverwaltung den Auftrag erteilt, die Machbarkeit zu überprüfen und zu klären, ob und unter welchen Bedingungen eine Wiederaufnahme des im Jahr 2000 beschlossenen Bebauungsplanverfahrens möglich ist. Lediglich der Grünen-Ratsherr Mario Kauschmann meldete Bedenken an. Er wies darauf hin, dass sich die Fläche in Nachbarschaft des Industriegebietes Blexer Groden befindet. So lange nicht feststehe, welche Gefahrenstoffe dort verarbeitet und gelagert werden dürfen, sei es wenig sinnvoll, über ein neues Wohngebiet im direkten Umfeld nachzudenken.

Das für eine Bebauung ins Auge gefasste Grünland befindet sich an der Deichstraße gegenüber von dem neuen Blexer Friedhof. Im Osten grenzt es an die Michaelsstraße im Norden an den Rhynschloot und im Westen an die Schlengenstraße.

Die Bauleitplanung war 2000 ins Stocken geraten, als im Zuge der Bürgerbeteiligung das Gerücht hochkochte, dass in dem Gebiet ein erhöhtes Aufkommen an Krebserkrankungen festzustellen sei. „Aus heutiger Sicht waren das Fake-News“, sagt Stadtplaner Tim Lorenz. Denn fundierte Belege für eine besorgniserregende Krebserkrankungsrate in Blexen habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Dass damals von auffälligen Zahlen die Rede gewesen sei, lasse sich allenfalls mit statistischen, demografiebedingten Schwankungen erklären. Aus dem Niedersächsischen Krebsregister gehe zweifelsfrei hervor, dass in Blexen und im gesamten Nordenhamer Stadtgebiet keine Auffälligkeiten zu erkennen seien. Weder zu Beginn der 2000er-Jahre noch jetzt.

Tim Lorenz hat in alten Akten recherchiert und dabei herausgefunden, dass die Stadt Nordenham den gerade aufgestellten Bebauungsplan Nummer 103 auf Eis gelegt hatte, um über einen Zeitraum von fünf Jahren die Entwicklung der Krebsfälle zu beobachten. 2005 trafen sich Vertreter der Stadt Nordenham und des Landkreises Wesermarsch und fassten in einem Gesprächsvermerk zusammen, dass laut Krebsregister in dem Untersuchungszeitraum keine ungewöhnlichen Werte aufgetreten seien. Warum trotz dieser Entwarnung die Bauleitplanung damals nicht fortgesetzt wurde und der B-Plan 103 in der Ablage verschwand, ist nicht mehr nachvollziehbar. 

Doch nun haben sich die Blexer – motiviert durch das Dorferneuerungsprogramm – an das Projekt erinnert und wollen es mit frischem Elan vorantreiben. Es ist schon lange her, dass die Stadt in dem Ortsteil ein Neubaugebiet ausgewiesen hat. Und zwar ein ziemlich kleines: 2006 wurden am Tiefel sechs Eigenheimparzellen geschaffen. Zwischenzeitlich gab es zwar Bestrebungen, an der Papenkuhle ein Wohngebiet zu errichten. Aber daraus ist aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Somit ruhen jetzt die Hoffnungen auf der Wiederbelegung des Bebauungsplans Nummer 103.

Attraktive Lage

Wie groß die Chancen sind, müssen die anstehenden Ermittlungen zeigen. Dabei geht es laut Tim Lorenz nicht nur um die grundsätzliche Eignung des Areals als Bauland und um die Erschließungsmöglichkeiten, sondern auch um die Frage, ob die Eigentümer mitspielen. „Die Lage ist auf jeden Fall attraktiv“, sagt Tim Lorenz, „das ist städtebaulich eine schöne Ecke und gut geeignet für ein ruhiges Wohnen.“

Zudem könne ein solches Neubaugebiet dazu beitragen, den Bevölkerungsrückgang in Blexen abzufedern. Das ist auch der große Wunsch des Dorfsprechers Rolf Bultmann: „Wir möchten junge Familien nach Blexen locken“, betont er.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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