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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nordenhamer Seenpark I: So kann diese See-Idylle bewahrt werden

31.01.2020

Blexersande Wie lässt sich die Wasserqualität in den drei Seen des Nordenhamer Seenparks I in Blexersande nachhaltig verbessern? Wie kann erreicht werden, dass auch in extremen Wetterphasen kein Fischsterben in diesem attraktiven Naherholungsgebiet droht? Antworten gibt eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die jetzt vorliegt.

Zu Fischsterben ist es im Seenpark I schon mehrmals gekommen. Ursache: Sauerstoffmangel bei andauernden hohe Temperaturen in Verbindung mit dem Auftreten von Blaualgen – meist jeweils Ende August.

Vorübergehende Besserung brachten Einsätze der Feuerwehr, die das Wasser mittels Pumpen umwälzte. Zudem sind im westlichen Bereich alle Bäume entfernt worden mit dem Ziel, mit Hilfe des Windes mehr Sauerstoff ins Wasser zu bringen.

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Unterwasser-Pflanzen fördern

Zurzeit dominiert Kamm-Laichkraut im Naturschutz- und ebenso im Freizeitsee. Im Angelsee sind keine Unterwasserpflanzen gesichtet worden, sondern ein nahezu flächendeckender Bestand von Teichrosen.

Kamm-Laichkraut hat eine frühe und kurze Blüh- und Vegetationszeit. Um stabileren und bis Spätsommer vitalen Bestand an Unterwasserpflanzen zu erreichen, schlägt die Studie vor, eine weitere Art anzusiedeln: Ähriges Tausendblatt.

Die Finanzierung der jetzt vorgelegten Machbarkeitsstudie ist für die Stadt ebenso günstig wie die Finanzierung von darin empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität. Denn es gibt 90 Prozent Fördergeld, bewilligt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der Zuwendungsbescheid für die Studie beläuft sich auf 23 371 Euro. Zuschüsse für Umsetzung gibt es voraussichtlich im Jahr 2021.

Im vergangenen Jahr hat Diplom-Biologe Holger Göring vom Hamburger Büro KLS Gewässerschutz GmbH den gewässerökologischen Zustand im Seenpark I auf vielfältige Weise während der vier Jahreszeiten untersucht.

Die daraus entwickelte Machbarkeitsstudie kommt zu diesem Fazit: Unterwasserpflanzen sichern eine gute Wasserqualität und minimieren das Risiko von Fischsterben – auch wenn sie die Angelnutzung erschweren und Badegäste sie als störend empfinden.

Nur durch großflächige und vitale Bestände an Unterwasserpflanzen kann also eine dauerhaft gute Wasserqualität erreicht werden. Gute Wasserqualität heißt: klares Wasser, keine Algenblüten, ausgeglichener Sauerstoffhaushalt.

Drei flache Seen

Es geht um diese drei vor Jahrzehnten künstlich geschaffenen Gewässer im Seenpark: den zwei Hektar großen Angelsee, den drei Hektar umfassenden Naturschutzsee und den Freizeitsee (7,6 Hektar). Die Wassertiefe ist in allen drei Seen gering: eineinhalb bis zwei Meter. Es sind nährstoffreiche Gewässer, so dass es schnell zu Algenblüten kommen kann.

Vor allem der Naturschutzsee und der Freizeitsee werden zeitweise von einer hohen Anzahl an Gänsen, Enten und Blässhühnern aufgesucht. Sie beeinträchtigen die Wasserqualität durch Fraßdruck auf Unterwasserpflanzen und Nährstoffeintrag durch Kot.

Kein Problem stellen dagegen in allen drei Seen Sedimente dar.

Der Naturschutzsee ist als einziger über einen Stichgraben verbunden mit dem Zu- und Entwässerungssystem in der nördlichen Wesermarsch. Laut Biologe Holger Göring wird jedoch nur gelegentlich zugewässert – und das mit Wasser, welches wegen eines hohen Salzgehaltes schlechter als das Wasser im See ist. Der Biologe rät daher, die Zuwässerung zu stoppen und den Graben zuzuschütten. Das Stauwehr befinde sich in einem sehr maroden Zustand, merkt er an.

Alle drei Seen hat der Butjadinger Fischereiverein als Angelgewässer gepachtet. Die Fangzahlen sind aber laut Studie nur gering. Eine intensive Angelnutzung findet hier nicht statt.

Fischbestand steuern

Die Studie rät, den Fischbestand zu steuern. Die derzeit praktizierte Hege im Naturschutz- und im Angelsee sollte fortgesetzt werden, um den Fischbestand möglichst gering zu halten. Zum Schutz der Unterwasserpflanzen im Freizeitsee sollte der Bestand an gründelnden Fischarten (Karpfen, Brassen, Schleien) möglichst gering gehalten werden. Ideal wäre, auf Besatz mit Karpfen zu verzichten und die Angelnutzung vor allem auf Hechte auszurichten.

Der Umweltausschuss des Stadtrates hat Mittwochabend die Studie zur Kenntnis genommen. Die Stadtverwaltung will jetzt eine Beschlussvorlage darüber erarbeiten, welche Maßnahmen im Jahr 2021 umgesetzt werden sollen. Denn für 2021 soll ein Förderprogramm neu aufgelegt werden, das die Stadt in Anspruch nehmen kann.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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