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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

HANDWERK: Bottich aus Beton in vier Metern Höhe

22.06.2007

EINSWARDEN Die Einswarder Baugesellschaft Herdejürgen

& Harmsen hat einen außergewöhnlichen Auftrag akquiriert. Das mittelständische Handwerksunternehmen baut für Xstrata einen neuen Eindicker aus Beton.

„Wir bereiten uns auf neue Märkte vor“, sagt der Bauingenieur Robert Folgmann dazu. Sein Vater Dieter Folgmann, Geschäftsführer und alleiniger Inhaber des 1905 gegründeten Familienunternehmens, ergänzt: „Die Auftraggeber fordern Beratungsleistungen von uns.“ Ein wichtiger Grund dafür ist, dass auch größere Industrieunternehmen inzwischen nur noch selten eigene Bauabteilungen unterhalten.

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Darauf hat sich Herdejürgen & Harmsen durch Fortbildung und Zertifizierung vorbereitet. „Nicht nur das Führungspersonal, auch die Leute auf der Baustelle werden geschult“, betont Robert Folgmann. Seit dem vergangenen September beschäftigt das Unternehmen auch zwei Architekten: Dieter Folgmanns Tochter Annette und ihren Ehemann Georg Dürr. Annette Folgmann hat nach einem Architekturstudium vier Jahre lang in einem Architektenbüro gearbeitet – beides in Berlin.

Bei Xstrata zeigt Herdejürgen & Harmsen an einem größeren Vorhaben, das es diesen Herausforderungen gewachsen ist. Nach den Plänen des Zinkproduzenten erstellt das Unternehmen einen Eindicker, der 700 000 Liter Lauge fasst. Wie der Xstrata-Produktionsleiter Piet Scheren erläutert, ist ein Eindicker ein großer Tank, in dem aus der Lauge, die die Erzkonzentrate aufschließt, Rückstände ausgefällt werden – in diesem Fall Kupfer und Kadmium. Es ist der achte Eindicker bei Xstrata – und der erste aus Beton.

Dabei führt Herdejürgen & Harmsen nicht nur die Bauarbeiten aus; das Unternehmen koordiniert auch die Leistungen seiner Nachunternehmen. Das heißt: Die Einswarder suchen Subunternehmen, die die Arbeiten ausführen, für die selbst nicht ausgebildet sind oder die andere Unternehmen kostengünstiger ausführen können. So haben sie für alle Bestandteile des Projekts, die direkt mit der Lauge in Berührung kommen, die Firma SKO aus dem Westerwald als Partner gewonnen.

Die Herausforderung dabei: Das Handwerksunternehmen muss Partner finden, die sowohl sachkundig als auch zuverlässig sind – also etwa die Arbeiten zum genau fixierten Zeitpunkt erledigen, damit es nicht zu Verzögerungen kommt. Dafür hat Herdejürgen & Harmsen ein Know-How aufgebaut, von dem es bei künftigen Aufträgen zehren kann. „Das sind keine Dinge, die man am Computer oder Telefon regeln kann“, sagt Robert Folgmann, „da müssen wir uns an einem Tisch zusammensetzen.“

Im März haben die Arbeiten begonnen, im August sollen sie abgeschlossen werden. Als Erstes erstellten die Mitarbeiter die 24 mal 18 Meter große Bodenplatte. Sie ist so konstruiert, dass sie eventuell auslaufende Flüssigkeit aufnehmen kann. Dank seiner Zertifizierung nach dem Wasserhaushaltsgesetz kann Herdejürgen & Harmsen solche Aufträge erledigen. Aus der Platte ragen vier Meter hohe Betonpfeiler hervor, auf der der eigentliche Bottich mit 16 Metern Durchmesser und drei Metern Höhe errichtet wird. Die Pfeiler müssen so beschaffen sein, dass sie den 300 Tonnen schweren Bottich tragen können.

Der Xstrata-Auftrag bedeutete auch eine besondere Herausforderung für die Betonbauer des Unternehmens. Wegen des komplexen Auftrages hat Herdejürgen & Harmsen Schalungsteile zu den eigenen Geräten hinzugemietet – für einen Einzelauftrag hätte sich die Anschaffung nicht lohnt.

Etwa die Hälfte seines Auftragsvolumens erhält das Einswarder Unternehmen von der Nordenhamer Industrie. Weitere Schwerpunkte der Arbeit liegen in Bremerhaven – im Fischereihafen baute das Unternehmen jüngst eine Produktionshalle – und in Bremen. Auch der Küstenschutz gehört zu den Kernkompetenzen, doch dort sind zurzeit eher Erdarbeiten als Ingenieurbauten gefragt.

Entspannt

modernisieren

Auch die Tischlerei von Herdejürgen & Harmsen stellt sich neuen Anforderungen. Hier setzen die Mitarbeiter mit Unterstützung des Architekten Georg Dürr auf den Entwurf für die individuelle Gestaltung. Neben Fensterrahmen produzieren die acht Mitarbeiter auch maßgefertigte Möbel. Die Tischlerei hat dabei das Zertifikat „Entspannt modernisieren“ der Tischlerinnung Hannover erworben.

Herdejürgen & Harmsen besteht aus zwei Unternehmen: Die Baufirma ist eine Kommanditgesellschaft, die Tischlerei eine selbstständige GmbH. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 35 Mitarbeiter.

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