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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Braker Bauunternehmer feiert 90. Geburtstag: Der Bogenmaurer von St. Marien

26.11.2020

Brake Seit 1963 liegt die Kirche St. Marien in Brake vor Anker. Einen wesentlichen Anteil daran hat Karl Marzfeld. „Ich war am Bau aller Bögen beteiligt“, erzählt er. Das habe ihm auch den Beinamen „Der Bogenmaurer“ eingebracht. Damals war Karl Marzfeld bei der Firma Renken beschäftigt. 1969 gründete er dann zusammen mit seiner Frau Edith, geborene Tantzen, sein eigenes Bauunternehmen in Brake.

Bei Warschau geboren

An diesem Donnerstag wird Karl Marzfeld 90 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen ist er in Korytnica etwa 80 Kilometer östlich von Warschau. Wie eng die Weltgeschichte mit dem persönlichen Schicksal eines Menschen verwoben ist, zeigt sich im Lebensweg von Karl Marzfeld und seinen Vorfahren aus Schwaben, die im 18. Jahrhundert dem Ruf Katharina der Großen folgten und sich im Osten niederließen. Wechselvoll ist die Geschichte seines Heimatdorfes: mal war es österreich-ungarisch, dann polnisch, dann russisch, danach zwischenzeitlich von Deutschland besetzt und schließlich wieder polnisch.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war Karl Marzfeld acht Jahre alt. Die Familie wurde an die Weichsel umgesiedelt. „Mein Vater wurde zum polnischen Militär eingezogen“, sagt Karl Marzfeld, der sich an viele Begebenheiten in seinem Leben erinnert. Der Vater geriet in deutsche Gefangenschaft und kämpfte ab 1941 auf deutscher Seite gegen die Sowjetunion.

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Karl Marzfeld erlebte den Krieg in seiner Heimat. Auf der Flucht 1945 wurde er von seinen beiden Geschwistern und der Mutter getrennt. Während Karl Marzfeld zurück an die Weichsel kam, und er dort auch seine jüngere Schwester Alice wieder antraf, gelangte die Mutter über Danzig und Rügen nach Berlin und später zu Verwandten nach Dinslaken, wohin es auch den Vater von Dänemark aus verschlug.

Karl Marzfeld, der 1945 bei ukrainischen Nachbarn untergekommen war, schlug sich durch und musste als Deutschstämmiger viele Repressalien erdulden. Er hielt durch, wurde beim Wiederaufbau von Warschau in einer Gefangenenkompanie eingesetzt, obwohl er Zivilist war, und schaute polnischen Arbeitern bei Stuckarbeiten über die Schulter. „Wie das Schicksal so will“, merkt er an.

1948 wurde er entlassen. Ein Jahr später traf er seine Eltern nach fast fünf Jahren wieder, die mittlerweile von Oldenburg aus nach Tossens gezogen waren. Karl Marzfeld war 18 Jahre alt. Dank des Deutschen Roten Kreuzes klappte die Familienzusammenführung: Schwester Alice kam hinzu, der ältere Bruder Withold ging von Russland aus gleich nach Kiel. Die Familie war durch die Geburt von Schwester Erika 1947 in Butjadingen komplett.

Lehre in Eckwarden

Am 2. Oktober 1950 begann Karl Marzfeld seine Maurerlehre in Eckwarden. Nach der Lehre arbeitete er in Bremerhaven. Während der Fahrt mit der Butjenter Bahn lernte er Edith Tantzen kennen, die zur Berufsschule fuhr. 1958 wurde geheiratet und später ein Eigenheim in Brake bezogen. Ein Sohn und eine Tochter wurden geboren, fünf Enkelkinder zählen zur Familie.

Bevor Karl Marzfeld den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, besuchte er die Meisterschule in Oldenburg. Seine Frau Edith, die 2002 verstorben ist, unterstützte ihn, wo sie nur konnte. „Wenn wir einen Auftrag bekommen haben, hat meine Frau alles erledigt, von der Buchführung bis hin zu Berechnungen“, sagt er. Sie habe den Arbeitskreis für Unternehmerfrauen im Handwerk gegründet.

An das Gute im Leben, daran wird sich der heutige Jubilar an seinem Ehrentag erinnern.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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