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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Die Geburtshilfe in den Flächenkreisen halten

15.02.2019

Brake Bei der aktuellen Diskussion um die Schließung der Geburtshilfe und Frauenheilkunde an der Helios-Klinik in Nordenham geht es laut Reiner Gollenstede um die Rentabilität des laufenden Betriebes. Es fehlten nicht nur Hebammen, sondern es sei auch schwierig, die Aufgabe in kleinen Kliniken wirtschaftlich wahrzunehmen, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaften (UW) im Kreistag.

  Die Fallpauschale

Die sogenannte Fallpauschale für eine komplikationsfreie Geburt beträgt laut Reiner Gollenstede aktuell 2035 Euro. Fachleute wiesen darauf hin, dass Kliniken mit diesem Satz erst bei 400 bis 500 Geburten in die Gewinnzone kämen. Viele Kliniken finanzierten hier entstehende Verluste mit Überschüssen aus anderen Abteilungen. „Dass das bei kleinen Häusern schwierig ist, ist auch den Unabhängigen im Kreistag bewusst“, so Reiner Gollenstede.

  Gewinnorientiert

Für die Unabhängigen im Kreistag stellt sich die Frage, seit wann es Aufgabe eines gewinnorientierten Konzerns sei, wichtige politische Ziele zu seinen eigenen zu machen. Das hätten auch die Verantwortlichen im Kreis gewusst, als sie 2008 die damalige Wesermarsch-Klinik an den Rhön-Konzern abgaben. Helios müsse laut Transaktionsvertrag im Landkreis lediglich eine Grund- und Regelversorgung anbieten. Die Frauenheilkunde gehöre rechtlich nicht dazu.

  UW-Forderungen

Die Fraktion der Unabhängigen fordert laut Reiner Gollenstede deshalb, den Krankenhäusern neben der Fallpauschale eine Zusatzvergütung zu gewähren, damit die Geburtshilfe in Flächenkreisen wie der Wesermarsch nicht auf der Strecke bleibt. Des Weiteren sollte die Verwaltung schnell nach praktikablen Alternativen suchen, um Geburtshilfeeinrichtungen in der Wesermarsch, gegebenenfalls auch in Trägerschaft des Kreises oder mit finanzieller Hilfe, zu schaffen. „Alle Initiativen hierzu werden wir unterstützen“, so Reiner Gollenstede.

  Keine Vorab-Infos

Die UW mit dem Fraktionsvorsitzenden Olaf Michalowski kritisiert, dass Helios vor seiner Entscheidung nicht das Gespräch mit Politik und Verwaltung gesucht habe, um Lösungen zu finden. „Nicht nur für unsere Fraktion stellt sich die Frage, warum es einem modern und professionell aufgestellten Haus wie Helios nicht gelingen sollte, mittelfristig eine kostendeckende Geburtshilfe zu betreiben“, so die UW dazu.

  Wertekanon

Nicht verständlich ist für die Unabhängigen „der konstruierte Zusammenhang der aktuellen Situation bei Helios mit den Fusionserwartungen an die Kliniken in Brake und Nordenham“, so Reiner Gollenstede. Helios habe seine Alleinstellungsmerkmale, dazu zähle auch die Gynäkologie, trotz modernster Ausstattung bis auf die Kardiologie und Urologie bereits nach kurzer Zeit aufgegeben. Brake würde sich stattdessen konzeptionell weiterentwickeln.

In der Wesermarsch gebe es zwei Krankenhäuser, die von ihrem Wertekanon unterschiedlicher nicht sein könnten: die renditeorientierte Helios-Klinik, Teil des größten Gesundheitskonzerns in Deutschland, und das St.-Bernhard-Hospital, das in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH den drei katholischen Kirchengemeinden Elsfleth, Brake und Ovelgönne gehöre. Das seit 1880 bestehende Braker Krankenhaus habe die bisherigen Investitionen im und aus dem laufenden Betrieb finanziert.

  Ausgleich für Praxen

In Brake gibt es die chirurgische Orthopädie, die Dialyse, die Onkologie, eine Palliativstation. Expansionspläne umfassen eine onkologische Tagesklinik, eine Abteilung für Rheumatologie und den geplanten Neubau eines weiteren Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). „Wir werden in der Fläche in den nächsten Jahren viele Hausärzte verlieren, die nachrückenden jungen Ärzte wollen heute vielfach angestellt sein“, so Reiner Gollenstede. Das MVZ mache das möglich und schaffe gleichzeitig den nötigen Ausgleich für die wegbrechenden Praxen.

Das Braker Krankenhaus gehört nach Aussage der UW-Fraktion zu den wenigen Häusern in Niedersachsen, die kein Haushaltsdefizit ausweisen. „Das sollte letztendlich nicht vergessen werden, wenn Helios und interessierte politische Kreise betonen, dass eine beabsichtigte Kooperation am Braker St.-Bernhard- Hospital scheitert“, merkt Reiner Gollenstede an.

Laut Helios-Konzern, so Reiner Gollenstede weiter, sei auch ein ganzheitlicher Lösungsansatz für die Gesundheitsversorgung der gesamten Wesermarsch vom St.-Bernhard-Hospital abgelehnt worden. „Der Konzern verschweigt aber, dass damit die Übernahme des Braker Krankenhauses gemeint ist“, betont er und fragt, warum ein funktionierendes Krankenhaus ohne Not in die Fänge eines Gesundheitskonzernes gegeben werden sollte. „Die aktuellen Erfahrungen mit Helios sollte uns Warnung genug sein. Das kann nicht im Interesse der Wesermarsch sein.“

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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