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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Halbinsel Elsflether Sand soll Vogelparadies werden

08.01.2019

Brake /Elsfleth Weil sie bei einer möglichen Erweiterung des Jade-Weser-Ports auf Flächen im Voslapper Groden (Wilhelmshaven) ihre Brutplätze verlieren würde, sollen in der Wesermarsch neue geschaffen werden. Die Rede ist von der Großen Rohrdommel, einem Reihervogel, der in Niedersachsen als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft ist. Das für eine Erweiterung von Gewerbeflächen am Jade-Weser-Ports (JWP) vorgesehene Gebiet „Voslapper Groden Süd“ ist EU-Vogelschutzgebiet. Mit der Europäischen Kommission wurde aber bereits 2008 die grundsätzliche Möglichkeit abgeklärt, den Schutz dieses Gebietes aufzuheben, um eine gewerbliche Nutzung zu ermöglichen. Dafür muss allerdings an anderer Stelle Ersatz gefunden werden.

Große Rohrdommel

Botaurus stellaris heißt der bis zu 80 Zentimeter große Vogel aus der Familie der Reiher mit wissenschaftlichem Namen. Er ist äußerst scheu und eher zu hören als gut getarnt im Schilf zu sehen. Eine ehemalige Tongrube in Oberhammelwarden an der B 212 war als Ausgleichsfläche für den Jade-Weser-Port bereits für rund 750 000 Euro aufgewertet worden. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben sich die Tiere mittlerweile hier angesiedelt.

Und diese Stelle ist nun gefunden: der Elsflether Sand. Den hat die Container Terminal Wilhelmshaven Jade-Weser-Port-Marketing (JWPM) GmbH & Co. KG zum 1. Januar dieses Jahres erworben und im Tausch drei Flächen in Augustgroden, Carolinensiel und Norden an die Domänenverwaltung übergeben.

Der Lebensraumtyp, der in Wilhelmshaven verloren geht, soll auf dem Elsflether Sand entwickelt werden – und nicht nur der Rohrdommel helfen. Tüpfelsumpfhuhn, Blaukehlchen, Wasserralle, Rohrschwirl und Schilfrohrsänger sind weitere geschützte Arten, die sich hier ansiedeln sollen.

Wie das Gebiet später einmal aussehen könnte, ist an den Lebensraumansprüchen der Rohrdommel abzulesen. Diese benötigt als Brutvogel ausgedehnte Schilfröhrichte an Gewässern mit mehrjährigen, strukturreichen, durchfluteten Schilfbeständen. Zu dichte und verlandete Röhrichtbestände meidet sie.

So weit sind Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der JWPM, und der Justiziar des Unternehmens Hans-Henning Pötter aber noch nicht: „Wir wollten so früh wie möglich erste Informationen an die Öffentlichkeit geben“, betonte Bullwinkel am Montag bei einem Pressegespräch im Braker Kreishaus. „Wir machen nichts, was der Region Schaden zufügen wird.“ Im Gegenteil: Ziele seien neben dem Naturschutz auch „Maßnahmen, die den Tourismus unterstützen“. Denkbar sei beispielsweise eine Info-Station oder auch Ladesäulen für E-Bikes. „Wir sind willens, uns auf vieles einzulassen.“ Der Zugang zur Halbinsel sowie zu den Sandstränden bleibe unverändert erhalten, so Bullwinkel. Anregungen und Ideen von Bürgern, Behörden und Verbänden seien im weiteren Verlauf ausdrücklich erwünscht. Erste Gespräche seien bereits geführt worden. Auch wolle man aufkommende Ängste sofort nehmen, ergänzte Pötter.

Noch steht die Planung ganz am Anfang. In einem ersten Schritt lässt die JWPM nun Gutachten erstellen. Auf deren Grundlage sollen dann in Abstimmung mit allen Beteiligten eine Grobplanung erstellt werden. Eine öffentliche Informationsveranstaltung soll es geben, „sobald wir konkrete Vorstellungen haben“, so Pötter.

Wie schnell die Umsetzung erfolgt, hängt vor allem von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Wilhelmshaven ab. Dort stehen voraussichtlich noch bis 2023 genügend Gewerbeflächen zur Verfügung. Wenn dort eine Nutzung der Erweiterungsflächen absehbar sei, werde es auch auf dem Elsflether Sand akut. Die Ersatzfläche muss vorhanden sein, wenn die Beeinträchtigungen im Voslapper Groden beginnen.

Schon fest steht, dass es auf dem Elsflether Sand Erdbewegungen geben wird, um nasse Bereiche für Schilfröhrichte zu schaffen. Wenn möglich, soll entnommener Klei aber vor Ort eingebaut werden, Transporte sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Keine Zukunft dürfte die Halbinsel indes für die Landwirtschaft haben. Aber das ist für die JWPM kein Problem. Der einzige Landwirt will sich laut Pötter in einigen Jahren zurückziehen, eine Hofnachfolge gebe es nicht.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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