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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Tributylzinn-Belastung In Golzwarden: Grüne fordern Aufklärung

18.12.2019

Brake /Elsfleth /Hannover Eine „totale Transparenz“ zu der „Gift-Schlick-Situation“ in Golzwarden fordert der Landtagsabgeordnete Dragos Pancescu (Bündnis 90/Die Grünen). Der Braker Ratsherr hat deswegen der niedersächsischen Landesregierung „zwei dringende Anfragen“ gestellt. „Diese Anfragen müssen von der Landesregierung innerhalb von zwei Wochen beantwortet werden“, so Dragos Pancescu auf Nachfrage der NWZ.

Zurzeit wird ein Teil des Hafenbeckens der Elsflether Werft vom Schlick befreit. Die Sedimente werden auf einem Spülfeld in Golzwarden deponiert. Bei einem Aushub vor fünf Jahren war der Schlick mit Tributylzinn (TBT) belastet, so dass er auf einer Sonderdeponie in den Niederlanden abgelagert werden musste. Diesmal scheint der Schlick nicht gesundheitsgefährlich zu sein, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf : NWZ-Nachfrage mitteilte.

Doch Dragos Pancescu ist alarmiert und will der Sache auf den Grund gehen. „Auch weitere Gremien aus Stadt und Kreistag haben mir signalisiert, dass sie der Sache nachgehen wollen“, merkt er an.

Dragos Pancescu ist Sprecher für Verbraucherschutz, Europa und Bundesangelegenheiten sowie Sprecher für Petitionen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag. Der erste Teil seiner Anfrage betrifft die Ausbaggerung des Elsflether Hafens. Das Baggergut der letzten Hafenausbaggerung habe wegen einer Belastung mit Tributylzinn auf einer speziellen Deponie mit erheblichen Zusatzkosten entsorgt werden müssen. „Das Bundesamt für Risikobewertung stuft Tributylzinn als toxischen Stoff ein, der Schädigungen des Immunsystems, negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sowie auf das Hormonsystem auslösen kann“, so Dragos Pancescu. Er fragt zusammen mit seinen Fraktionskolleginnen Imke Byl und Meta Janssen-Kucz nach der Tributylzinn-Belastung.1. Wann wurde der auszubaggernde Hafenschlick von welchem Fachinstitut anhand wie vieler Proben mit welchen Ergebnissen bezüglich chemischer und aus natürlichen Abbauprozessen resultierenden Parametern untersucht?
 2. Welche Messergebnisse wurden für die Belastung mit Tributylzinn je Probe ermitteln und welche Grenzwerte, Leitwerte, Orientierungswerte oder Maßnahmenwerte wurden für die Bewertung herangezogen? 3. Unter Beteiligung welcher Behörden wurde die Zwischenlagerung des Hafenschlicks mit dem Ziel des Abbaus von Tributylzinn auf dem oben genannten Gelände wann genehmigt?

Der zweite Teil befasst sich mit der Deponierung auf dem Spülfeld in Golzwarden. Bei der letzten Schlickräumung waren laut NLWKN sowohl chemische als auch aus natürlichen Abbauprozessen resultierende Parameter überschritten worden. Diesmal, so teilte das NLWKN auf Nachfrage mit, sei auf Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung durch das Material nach Einschätzung der Fachleute gegeben. Über eine endgültige Verwertung des Materials könne erst im Frühjahr 2020 nach erneuter Beprobung in Abstimmung mit dem Landkreis Wesermarsch entschieden werden.

Die Zwischenlagerung auf Spülfeldern ist laut NLWKN ein verbreitetes Verfahren, um Gehalte von Tributylzinn (TBT) im Baggergut durch natürliche Abbauprozesse zu reduzieren. Dragos Pancescu, Imke Byl und Meta Janssen-Kucz wollen nun mehr über die Beschaffenheit des Spülfeldes wissen und erfahren, ob es überhaupt für eine solche Deponierung geeignet ist. 1. Welcher natürliche Abbauprozess soll die Gehalte von Tributylzinn vermindern und welche toxischen Eigenschaften weisen die dadurch entstehenden Abbauprodukte auf (bitte wissenschaftliche Belege anführen)?
 2. Anhand welcher Kriterien soll im Frühjahr über welche Entsorgungs- beziehungsweise Verwertungsoptionen für den Hafenschlick entschieden werden? 3. Inwiefern gibt es auf dem für die Zwischenlagerung genutzten Gelände eine wirksame Abdichtung, die das Auswaschen von Stoffen aus dem Hafenschlick beziehungsweise eine Versickerung in Boden und Gewässer verhindert?

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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