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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Gamma-Messungen sind zweifelhaft“

29.03.2018

Brake Mit der Entsorgung leicht radioaktiven, aber freigemessenen Bauschutts aus dem Kernkraft Unterweser (KKU) in Kleinensiel auf der Deponie in Käseburg wollen sich viele Menschen nicht abfinden (die NWZ berichtete).

Der betroffene Anwohner Harry Grotheer beispielsweise merkt an, dass eine Nachbargemeinde der Stadt Brake ihren Atommüll vor die Haustüre kippe, und das Umweltministerium definiere ihn als Hausmüll – dadurch strahle er nicht weniger und dieses dauerhaft für Jahrhunderte, so Harry Grotheer weiter.

Die jetzt vom Bundesumweltministerium freigegebene Rückbaugenehmigung für das von 1979 bis 2011 aktive Kernkraftwerk sieht unter anderem vor, dass der KKU-Betreiber Preussen Elektra für die Entsorgung verantwortlich sei und eine geeignete Deponie finden müsste. Käseburg ist in den Augen von Bündnis 90/Die Grünen nicht geeignet.

In einem Antrag der Grünen-Fraktion zur Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 5. April, im Braker Ratssaal stellen die Grünen den Antrag, dass der Stadtrat seine besondere Betroffenheit beschließen möge (Beginn ist um 18 Uhr). Die Stadt Brake sollte die Annahme des freigemessenen Abfalls sowie die Deponierung in Käseburg ablehnen. Durch die Lagerung auf einer normalen Mülldeponie würde die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten „völlig unnötig und vermeidbar zusätzlichen Strahlenbelastungen ausgesetzt“.

Die Grünen Hans-Otto Meyer-Ott und Dragos Pancescu aus dem Braker Stadtrat sowie Gudrun Göhr-Weber vom Kreisverband zeigten sich jetzt besorgt. Die Vertreter der Landesärztekammer Baden-Württemberg und der Deutsche Ärztetag haben laut Hans-Otto Meyer-Ott in den Jahren 2016 und 2017 Entschließungen verabschiedet, in denen sie vor der Verharmlosung möglicher Strahlenschäden durch die allgemeine Wiederverwertung gering radioaktiven Restmülls aus dem Rückbau von Kernkraftwerken oder deren Einbau in konventionelle Bauschuttdeponien warnten. Bei einem Symposium der Landesärztekammer Baden-Württemberg am 3. Februar 2018 in Stuttgart sei festgehalten worden, dass für die schädliche Wirkung ionisierender Strahlung auf die Gesundheit auch im Bereich kleiner Dosen keine Schwellenwerte bestünden.

Die Genauigkeit und die Sicherheit zur Einhaltung der Grenzwerte stellen die Grünen grundsätzlich in Frage. Ihrer Meinung nach ist problematisch, dass in den Messgeräten die Radionuklide, die keine Gammastrahlung aussendeten, daher auch nicht nachgewiesen würden. Es könnte daher sein, dass eine höhere Aktivität vorliege, als durch die Grenzwerte zugelassen ist. „Die Gamma-Messungen sind zweifelhaft“, so die Grünen. Sie führten zu falschen Ergebnissen.

Die Grünen betonen in ihrem Antrag, dass die allgemeine Wiederverwendung und die Deponierung gering radioaktiven Restmülls aus dem Rückbau ein geringes, aber zusätzliches gesundheitliches Risiko beinhalte. Die Strahlenschutzverordnung würde die Einlagerung prinzipiell nur auf Deponien mit einer Gesamteinlagerungsmenge von 10 000 Tonnen im Jahr zulassen. Diese Menge werde in Käseburg bei Weitem nicht erreicht, heißt es seitens der Grünen.


Mehr zum Thema unter   www.nwzonline.de/rueckbau-kku-unterweser 
Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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