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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sie hat einer Seniorin 20.000 Euro gerettet

17.11.2018

Brake Es war vergangene Woche Mittwoch. Zehn Minuten vor Geschäftsschluss betrat eine ältere Dame die Hauptstelle der Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd. 20.000 Euro wollte die Frau vom Sparbuch abheben, alles müsse sofort erledigt werden.

Bei Rita Pöpken klingelten „sofort alle Alarmglocken“: Ein älterer Mensch, eine hohe Summe Bargeld und Zeitdruck, da meldete sich ihr Bauchgefühl. Sie hakte nach. Und als die 82-jährige Frau, die zudem Kundin einer Filiale ist, noch vom angeblichen Notstand der Enkelin erzählte, stand für die erfahrene Bankmitarbeiterin fest: Da läuft ein Enkeltrick.

Zwar war die Seniorin „einhundert Prozent sicher“, mit ihrer Enkelin selber telefoniert zu haben. Und überhaupt würde ihr „sowas nicht passieren“. Doch Rita Pöpken blieb standhaft – nicht nur, weil sie an das Geld auf dem Sparkonto eh nicht sofort herangekommen wäre. Sie bot der Kundin an, am nächsten Morgen zusammen mit der Enkelin vorbeizukommen. Das war dann nicht mehr nötig. „Nach zehn Minuten war die Kundin überzeugt.“

Tipps der Polizei

Als Enkeltrick wird ein betrügerisches Vorgehen bezeichnet, bei dem sich Trickbetrüger meist gegenüber älteren Personen als deren nahe Verwandte ausgeben und so an Bargeld oder Wertgegenstände gelangen.

Die Polizei hat dazu Verhaltenstipps veröffentlicht:

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie den Namen des Anrufers erraten sollen: „Rate mal, wer hier spricht“, ist oft der Einstieg der Betrüger ins Gespräch.

Niemals Informationen über familiäre und/oder finanzielle Situationen preisgeben.

Bei Geldforderungen sofort mit Angehörigen sprechen.

Niemals Schmuck oder Geld an Fremde übergeben.

Die Polizei wird niemals die Herausgabe von Wertsachen zur Sicherung fordern.

Bei verdächtigen Anrufen auflegen und die Polizei unter 110 informieren.

Für Bank-Vorstand Christiane Thürlings hat Rita Pöpken vorbildlich gehandelt: Sicher könne man auch mal fehlliegen; aber lieber einmal falsch, als den Kunden einen großen Verlust zuzumuten. Sollte nur eine Spur der Unsicherheit bestehen, sollten die Kunden ihren Berater ansprechen, rät Thürlings. Sie hält ein Plädoyer für die Banken vor Ort: „Unsicherheiten können wir nur im persönlichen Gespräch fühlen.“

Das gelte nicht nur für den klassischen Enkeltrick. Häufiger werde man derzeit mit Betrugsversuchen konfrontiert, bei denen größere Summen ins Ausland überwiesen werden sollen, berichtet Thürlings. Wenn man den Betrug bemerke, könne die Bank zwar einen Rückruf starten. In Zeiten eines immer schneller werden Zahlungsverkehrs sei ein Erfolg aber alles andere als sicher. Und auch das Abgreifen von Daten beim Online-Banking (Phishing) sei keine Seltenheit. Überhaupt verlagere sich die Kriminalität in den Online-Bereich. Dort könnten die Täter unabhängig von Öffnungszeiten tätig werden. Thürlings: „Die Cyberkriminalität hat da ein Niveau erreicht, das wir uns vor einem halben Jahr noch nicht vorstellen konnten.“

Eine Häufung von Fällen des Enkeltricks verzeichnet die Polizei Brake nicht. Vielmehr habe die Zahl der geglückten Fälle abgenommen. Aber: „Es rufen fast täglich Bürger an, die Anrufe mit betrügerischem Hintergrund melden“, berichtet Knut Matthiesen. Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes der Polizei in Brake lobt aber auch: „Fast immer reagieren die Menschen richtig.“

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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